Aus ethischen Gründen Ja zur PID!

Sie spaltet die politischen Parteien. Sie stösst durch alle Bevölkerungsschichten auf reges Interesse. Sie lässt uns alle über das wirklich Wichtige nachdenken: das Leben. Ich spreche von der Frage, ob in der Schweiz die Präimplantationsdiagnostik (PID) legalisiert werden soll.

«Bundesbeschluss über die Änderung der Verfassungsbestimmung zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich (Präimplantationsdiagnostik)». Klingt kompliziert, ist es auch. In diesem Artikel möchte ich Sie von einem Ja bei den nächsten Abstimmungen überzeugen.

Ausgangslage

Wenn eine Frau auf natürlichem Weg nicht schwanger werden kann, darf sie es heute mittels «In-vitro-Fertilisation», also durch künstliche Befruchtung im Glas versuchen. Es werden ihr drei Eizellen entnommen, diese werden befruchtet. Laut aktueller Gesetzgebung müssen die entstandenen Embryos anschliessend allesamt eingepflanzt werden. Dadurch ist die Gefahr einer Mehrlingsschwangerschaft sehr hoch. Ich spreche absichtlich von einer Gefahr, da diese Situation für die Gesundheit von Mutter und Kindern äusserst heikel ist. Heute ist die Pränataldiagnostik erlaubt. Auf gut Deutsch: Untersuchung vor der Geburt, also noch im Mutterleib. Wenn die Frau will, dass die eingepflanzten, bereits ein paar Wochen alten Embryos auf schwere Krankheiten untersucht werden, kann dies gemacht werden. Die traurige Realität falls eine derartige Krankheit festgestellt wird: meist folgt die Abtreibung.

Was will die neue Bestimmung?

Neu soll die Präimplantationsdiagnostik legalisiert werden. Dies ist heute in ganz Europa mit Ausnahme der Schweiz und Liechtenstein der Fall. Der Begriff «Präimplantatonsdiagnostik» bedeutet eine Untersuchung der Embryos vor dem Einpflanzen, also im Reagenzglas. Der Frau sollen neu 12 Eier entnommen werden. Dies aufgrund der Tatsache, dass Paare welche bereits erblich vorbelastet sind, bei der heute geltenden «dreier-Regel» wesentlich schlechtere Chancen auf einen gesunden Embryo haben. Das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft könnte ebenfalls eingedämmt werden, da nicht mehr alle Embryos auf einmal eingepflanzt werden müssten. Es bleibt die Entscheidung der Frau, ob sie nun eine Präimplantationsdiagnostik durchführen will. Sie darf entscheiden, ob sie den als ungesund befundenen Embryo trotzdem einpflanzen will.

Die Gegner dieser Vorlage argumentieren, der Mensch dürfe nicht Gott spielen und das Ganze sei der Türöffner zu sogenannten «Designerbabys». Falsch. Der Mensch spielt durch diese Massnahme kein höheres Wesen, sondern ein intelligenteres. Er schützt die Gesundheit von Mutter und Kind, verringert die Zahl der Abtreibungen und anerkennt die Tatsache, dass es wirtschaftlich gesehen keinen Sinn macht, sich als fast einziges Land weiterhin gegen ein ziemlich lukratives Geschäft zu wehren. Man darf nicht vergessen, dass in unserem Lande die Demokratie entscheidet. Zu jedem weiteren Schritt in Richtung «Designerbabys», also in Richtung Perfektion von Embryonen, hat das Volk das letzte Wort. Es gibt also keinen Grund sich Sorgen zu machen.

Ganz ehrlich: für mich persönlich ist weder die Pränatal- noch die Präimplantationsdiagnostik die optimale Lösung. Wer nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Leuten etwas Gutes tun will, adoptiert.
Und trotzdem gilt es aus den genannten ethischen Gründen die PID am 14. Juni 2015 anzunehmen.

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