Roger Köppel eine Windfahne oder nur guter Parteisoldat?

Roger Köppel scheint das Motto: "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" bereits gut verinnerlicht zu haben.

So schrieb Herr Köppel 2013 vor seiner Kandidatur:

Steuerzahler und Konsumenten lassen sich die Erhaltung unserer strukturell und ökologisch fragwürdigen Landwirtschaft viel kosten. Vom Bund fliessen jährlich 3,7 Milliarden Franken via Subventionen und Direktzahlungen an die Landwirte. Das macht im Schnitt für jeden der 57 000 Betriebe satte 64 200 Franken. Nicht eingerechnet sind die überhöhten Preise, welche die Bauern dank den Import­beschränkungen durchsetzen können. Die OECD schätzt deren Kosten für die Konsumenten auf weitere 2,5 Milliarden Franken. Dieses Unterstützungsniveau ist weltrekordverdächtig und übersteigt die inländische Wertschöpfung des Agrarsektors deutlich.(...)

und

Mehr noch schlagen die von der Landwirtschaft verhinderten Handelsliberalisierungen zu Buche. (...) Der Bauernverband hat hier offensichtlich seine Vetomacht ausgespielt, welche den Rest der Wirtschaft immer teurer zu stehen kommt. (...)

Zu Swissness meinte er:

(...) Doch auch hier haben sich die nackten und kurzsichtigen Interessen der Agrarlobby durchsetzen können. Dass sie damit die Swissness für die bekanntesten Qualitätsmarken aufs Spiel setzt, scheint sie nicht zu kümmern.

Nach seiner Kandidatur und dem Wissen um die Abhängigkeit seines Wahlvereins von der Bauernlobby schrieb er 2015:

Unter Klischeeliberalen und angeblich Welt­offenen gehört es mittlerweile zum guten Ton, auf den Bauern herumzutrampeln, sich an der Landwirtschaft die Schuhe abzuputzen wegen ihrer Subventionen (...)

Nichts mehr von der Kritik an den Hohen Zahlungen, sondern dass bei diesen Subventionen auch Vorgaben eingehalten werden müssen, scheint jetzt sein Problem zu sein. A-fonds-perdu-Beiträge scheinen nun seine Lösung zu sein:

(...) Die Bauern sind trotz allen staat­lichen Auflagen und Bevormundungen, unter denen sie selber oft am meisten leiden,

Und dann möchte er auch ein Bauer sein:

Viele Schweizer, der Schreibende eingeschlossen, ­haben bäuerliche Vorfahren. (...)

Bei diesem Meinungswechsel kommen einem spontan Vergleiche mit dem ältesten Gewerbe in den Sinn, aber lassen wir dies. Es scheint, dass die Lobby auch diesen bürgerlichen Politiker fest in ihrer Hand hat.

Quellen: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-32/wirtschaft-landwirtschaft-noch-viel-teurer-die-weltwoche-ausgabe-322013.html
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-32/wirtschaft-landwirtschaft-noch-viel-teurer-die-weltwoche-ausgabe-322013.html

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