Sucht im Allgemeinen

Der Bund will eine übergeordnete nationale Strategie gegen alle Suchtformen einführen - nicht schlecht.
http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Eine-einzige-Strategie-fuer-alle-Suchtformen/story/14687402

Wie aus diesem Artikel herauszulesen ist, weiß man nicht genau, wie viele Personen bei uns unter einer Sucht leiden. Was noch weniger bekannt ist, ab wann beginnt eine Sucht?

Eine Beruhigungstablette (Benzodiazepin) tagsüber einnehmen oder ab und zu eine Schlaftablette (Dormicum) schlucken, um einmal 4 Stunden am Stück zu schlafen, das ginge ja noch, aber manch einer muss nachdoppeln, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Natürlich kann man gar eine Menge einnehmen, die einem das Gefühl des Loslassens gibt - eventuell kombiniert mit anderen "Suchtmitteln". Andere möchten genau das Gegenteil - wach bleiben. Die Dosis wird nach und nach höher, regelmäßiger und nicht mehr kontrollierbar.

Die Palette an unterschiedlichen Süchten ist groß. Dieses Suchtspektrum möchte der Bundesrat mit einer neuen Strategie bekämpfen und verbessern?

Dann sollte er gleich hier damit beginnen:

Koksende Börsenhaie in Zürich: Was ist Fiktion und was Realität?

Zu diesem Thema ist diese Sendung sehr empfehlenswert (vom Reiz des Rausches):

Wir leben in einer Gesellschaft der Maßlosigkeit und der Gier und bei vielen bestimmen diese beiden Begriffe das Dasein. Aber wo liegen die Grenzen zwischen Genuss, Leidenschaft und Sucht? Ist jede Sucht verwerflich und eine bloße Ersatzbefriedigung? Vielleicht sehnen sich solche Menschen im tiefsten Innern nach Selbstvergessenheit oder Aufputschung in einem Rausch, um die Welt überhaupt noch nüchtern auszuhalten.

http://www.srf.ch/play/tv/popupvideoplayer?id=03e0b8a7-d960-4743-b0df-1b464adf8789#t=69

Da Suchterkrankungen in unterschiedlichen Formen auftreten, braucht es logischerweise auch unterschiedliche Therapien. Je nach Sucht müssen viele zuerst ziemlich weit unten in ihrem Leben eingetroffen sein, bevor sie oder andere erkennen, dass gegen diese Abhängigkeit etwas getan werden muss. Häufig ist man der Meinung, dass eine Suchtbehandlung eine Frage des Willens sei. Das alleine reicht aber nicht aus, denn ein Suchtleiden ist eine anhaltende Krankheit im Kopf. Das bezieht sich nicht nur auf eine Abhängigkeit von Alkohol und Drogen, sondern auch auf zwanghaftes Essverhalten, Glücksspiel, Tabak, Internet usw.

Wie aber ein solcher Strategieentwurf des Bundesrates schlussendlich aussehen soll, steht noch in den Sternen. Mir ist nicht bekannt, wie man zum Beispiel einen Internetsüchtigen therapiert und heilt. Früherkennung und Therapie für jede einzelne Sucht, die unter Umständen langfristig angelegt werden muss? Diese nationale Strategie soll ja für alle Suchtformen gelten.

Natürlich stimmt es, dass durch dieses Suchtspektrum unsere ganze Gesellschaft in irgendeiner Form betroffen ist.

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