Neue Mediensteuer verhindert Innovation in Medien- und Web-Branche!

Eine Annahme würde die jetzige Konstellationen über Jahre oder gar Jahrzehnte zementieren. Dadurch, dass die SRG immer stärker im Web-Bereich Fuss fasst, stecken sie sich einen Markt nach dem anderen ab und verhindern so Innovation. Service Public und Qualitätsmedien sollten anders gefördert werden als durch diese neue Mediensteuer.

Ich muss ehrlich sagen: Die SRG bietet wirklich einige Super-Sendungen, tolle Programme und interessante Podcasts an. Ich bezahle eigentlich gerne für die Leistungen der SRG. Das einzige, das mich daran stört, ist, dass es eine Zwangsgebühr ist. Ich fühle mich – etwas plakativ gesagt – schlecht dabei, wenn Leute ein Programm mitfinanzieren müssen, das es gar nicht zwingend konsumieren wollen. Viel lieber würde ich ausgewählte SRG-Programme zum Beispiel als Pay-TV-Paket kaufen. Dies wäre dann zwar unter Umständen teurer, aber wenn es mir dies Wert wäre, dann würde ich das bezahlen.

Im Zeitalter des Internets ist ein zwangsfinanzierter Medienkonzern schlicht nicht mehr zeitgemäss. Das gilt im übrigen auch für Pendants in weiteren vorwiegend europäischen Ländern. Die Produktion von Inhalten war vor Jahrzehnten noch ein x-faches teurer als heute. Die Vielfalt an Inhalten war damals auch ein ganz anderes Thema. Heute kann man sich durch die Vielfalt von Inhalten im freien Markt eine Meinung bilden. Da braucht es keinen nationalen Qualitätssender mehr! Viele Medienkonsumenten beziehen ihre News ausserdem längst nicht mehr nur von einem Kanal, sondern von vielen verschiedenen. Da braucht es diesen durch Zwangsgebühren finanzierten Medienkonzern nicht mehr.

Dieser Medienkonzern verhindert im übrigend in nicht unbedeutendem Ausmass Innovation in der Medien- und zunehmend auch in der IT-Branche. Während es über Jahrzehnte hinweg vor allem die Zeitungsverleger waren, die gegen die SRG ankämpften, sind je länger je mehr auch IT-Unternehmen von Services der SRG konkurrenziert. Nehmen wir zum Beispiel den App-Markt: Die SRG kann z.B. durch Meteo- und Wetter-Apps private App-Anbieter an die Wand spielen. Weitere Beispiele aus dem Bereich Apps gibt es genügend. Private Anbieter haben gegen die dominante SRG keine Chance. Dadurch, dass sie immer stärker im Web-Bereich Fuss fasst, stecken sie sich einen Markt nach dem anderen ab und verhindern so den Eintritt von jungen innovativen Anbietern.

Ich finde, dass die Förderung von Service Public und Qualitätsmedien in Zukunft anders stattfinden sollte als durch eine neue Gebühr. Man sollte sich grundlegendere Gedanken machen, als die Leute mit einer tieferen Kopfgebühr zu ködern. Durch eine Ablehnung dieser neuen Regelung zwingt man das Parlament dazu, noch einmal über die Bücher zu gehen. Eine Annahme würde die jetzige Konstellationen über Jahre oder gar Jahrzehnte zementieren. Das wäre schlecht für Innovationen in der Medien- und Web-Branche!

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