Ein US-Spionageskandal jagt den nächsten, vonstatten geht eine US-Remilitarisierung des europäischen Raums - und niemand interessiert es?

Ein neue Gelegenheit böte sich FDP-Bundesrat Didier Burkhalter, Mrs Suzi Levine, US-Missionsleiterin in Bern, auf einen Kaffee ins Aussendepartement einzuladen - zusammen mit dem Deutschen Botschafter wohlgemerkt, Herr Dr. Otto Lampe: Die beiden wollen bestimmt gerne die Vorgänge um Wirtschaftsspionage der NSA und des BND im europäischen Raum erläutern. Gewiss haben sie auch das Bedürfnis auszuführen, inwiefern aus der Perspektive der Schweiz solche Umtriebe nicht als politisch-militärische Aggression zu verstehen sein sollen.

Mrs Suzi Levine könnte bei dieser Gelegenheit auch gleich Auskunft geben, wie die laut Sueddeutscher Zeitung gegenwärtig vonstatten gehende Remilitarisierung des europäischen Raums mit US-Truppen (die Rede ist u. a. von zusätzlichen 800 Panzern) zu verstehen ist und insbesondere was die USA für eine Reaktion von europäischen Staaten erwarten, die nicht der NATO abgehören, sowie was für eine Reaktion die USA konkret von der Schweiz auf die Stationierung von neuen US-Panzern im benachbarten Deutschland erwarten.

Die gegenwärtige Vogel-Strauss-Politik der Schweizer Regierung ist natürlich auch eine mögliche Spielart der Diplomatie. Allerdings geht sie das Risiko ein, als US-devot gedeutet zu werden.

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