Parteien und Umweltverbände sind unisono Wachstumsförderinnen.

Konsum, Investitionen, Staatsausgaben und Nettoexporte sind die Komponenten des Bruttoinlandprodukts, einem Mass für das wirtschaftliche Wachstum. Sie wachsen mit der steigenden Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzahl und mit der steigenden Produktivität der Wirtschaft. Während das Wachstum in den reichen Ländern wegen des bereits hohen Lebensstandards und der demografischen Überalterung nur noch schwach ist, ist das Wachstum in den Schwellenländern hoch. Schwellen- und Entwicklungsländer haben moralisch einen Anspruch auf einen höheren materiellen Lebensstandard.

Trotz bereits hohem Lebensstandard kämpfen die reichen Länder gegen die Wachstumsschwäche, wollen sich im globalen Wettbewerb behaupten, suchen Investoren und Arbeitskräfte. Dabei böte sich für diese Länder die Gelegenheit, das Wachstumsdogma zu reflektieren und den Übergang zu einer Gleichgewichtsgesellschaft endlich anzupacken. Wie kann die Arbeitslosigkeit und die Armut in den reichen Ländern ohne Wachstum bekämpft werden? Wie kann die Arbeitszeit ohne Einbusse an Lebensqualität reduziert werden? Stattdessen zeigt sich das Gegenteil. Statt für Gleichgewicht setzen sich sogar Umweltparteien für mehr Zuwanderung und höhere Löhne statt mehr Freizeit ein, was die Kaufkraft und damit die Umweltbelastung erhöht. Umweltverbände zeigen sich Wirtschaft und Spendern gegenüber noch aufgeschlossener. Parteien (mit Ausnahme der SD) und Umweltverbände sind unisono Wachstumsförderinnen. (Nach Dr. Benno Büeler „Triumph der Wachstumsgläubigen“ in Ecopop Bulletin Nr. 69, Februar 2015, Seite 2)

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