Lebensfeindliche Grundhaltung in Rinikers Kinofilm „Usfahrt Oerlike“ – eine Filmrezension

Hauptpersonen im Film:
Hans Hilfiker (Jörg Schneider) und sein Freund Willi (Mathias Gnädinger)

Dass der seit Anfang Februar 2015 in den Kinos laufende Film „Usfahrt Oerlike“ des Regisseurs Paul Riniker zum Publikumsliebling geworden ist, mag auf den ersten Blick nicht erstaunen. Vermutlich sind wir in unserer zunehmend der Kultur des Todes und Relativismus entgegensteuernden Gesellschaft auch zu wenig sensibilisiert für Fragen um den Wert des menschlichen Lebens. Von daher kommt es auch, dass wir in unserer Gesellschaft zunehmend den Suizid verherrlichende Darstellungen überhaupt nicht mehr kritisch wahrnehmen oder sogar goutieren.

Schauspielersich und von der Darstellung her gesehen zwar sehr gelungen, aber die Botschaft dieses Films ist katastrophal lebensverneinend und einseitig aus einer materialistischen Perspektive betrachtet. Eine spirituelle oder gar christliche Sicht des Lebens wurde absichtlich unterschlagen und kam überhaupt nicht vor im Film, obwohl nur eine Minderheit der Gesamtbevölkerung nominell Atheisten sind.

Es fand praktisch gar kein Diskurs über diese wichtigen Themen (Sinn des Lebens im Pensionsalter, Verantwortung für die Handlungen in seinem Leben, Leben nach dem physischen „Tod“) statt, obwohl man dies hätte erwarten dürfen. Es blieb alles erschreckend oberflächlich. Es ist offensichtlich, dass der Regisseur Paul Riniker diesen für ihn unangenehmen Themen auswich.
Und husch, husch, schnelle „Endlösung“, obwohl es gegen den Schluss des Films für Hans Hilfiker wieder positive Lebensperspektiven gab.

Regisseur Paul Riniker sieht die Menschen offenbar nur noch als funktionierende Bio-Maschinen, die, wenn sie nicht mehr rentieren, keine Lebensberechtigung mehr hätten und sich noch gefälligst "selber zu entsorgen“ haben (Giftfläschchen). Eugeniker, die den Menschen nur noch als Wirtschaftsfaktor werten, könnten sich dabei noch gegenseitig auf die Schulter klopfen.

Weil Gott keine „überflüssigen“ und „nicht lebensberechtigte“ Menschen schuf, die sich wertlos vorkommen müssen; sondern jeder Mensch mit Lebensaufgaben und Sinn auf diese Welt gekommen ist, die er allerdings im Laufe seines Lebens freiverantwortlich erkennen und wahrnehmen soll, scheint diesem Regisseur leider unbekannt zu sein. Allein deshalb schon wirft ein bewusster Mensch dieses Lebensgeschenk Gottes nicht einfach so weg!

Dass ein solcher Film mit der Aufforderung an die alten Leute, sich selber umzubringen, noch Auszeichnungen erhält; zeigt auf, wie sich dieses dekadente, lebensmüde Denken (das materialistischen Ursprungs ist!) selbst in den „Eliten“ (und insbesondere dort, in den Kreisen der Kultursubventionen) dieses Landes schon eingefressen hat. Wer eine „No Future“- Generation heranzüchten will, mache es nach der Art dieses Films.

Für alte Leute eine Zumutung und daher NICHT empfehlenswert! Für Jüngere und Leute mittleren Alters nur bedingt empfehlenswert, da ohne spirituelle Sicht und kritikloser Übernahme von Rinikers materialistischer Botschaft eine falsche Wertung des menschlichen Lebens entstehen könnte und die „No Future- Ideologie“ sich so in der Gesellschaft Bestätigung finden würde.
Die realtätsnahen Geschehnisse im Film und eine kritisch-spirituelle Grundhaltung des Zuschauers dieser Geld- und rentabilitätsorienterten Gesellschaft gegenüber, könnten allerdings berechtigten Widerspruch zur lebensmüden Grundhaltung dieses Films erzeugen und zu einer lebensbejahenderen Gegenreaktion bewegen.
Dies wäre sehr wünschenswert !–

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