Der fast weltweit subventionierte Unsinn der Vielfliegerei! Ökonomischer und ökologischer Blödsinn und erst noch viel unsicherer als gedacht.

Sind Sie auch so wichtig? So richtig und absolut unverzichtbar? Würde die Welt schlicht untergehen, wenn Sie nicht kerosinsteuerbefreit und auf Kosten des Arbeitgebers, des Kunden oder des Lieferanten in der Weltgeschichte herumfliegen könnten?

Dann sind Sie ein richtiger Businesskasper? Haben Sie, Ihre Firma die Erfindung von Skype oder ähnlich auch noch nicht mitbekommen? In meinem Taxi lautet die Antwort auf meine ähnlich, vielleicht etwas freundlicher formulierte Frage an den Vielflieger meist: "Wüssed Sie, das langed nöd. Zum richtig Kontakt knüpfe müend Sie da scho mit dem Klient eis go suufe oder so. Am beschte imene Stripteaseclub. Da müend Sie ebe vor Ort sie. Stinkt mer sälber, hett au Gschiders tue oder dann wär ich lieber bi minere Familie." Armer Kerl! Naja, wenigstens musste ich mit ihm nicht dikutieren, warum diese meine zwanzig Minuten Fahrt gleich viel kosteten wie sein Flug nach Berlin.

Oder sind Sie doch nur ein armer Lohnsklave, der sein Glück fern der Heimat suchen muss und ja, aber immer wieder am Wochenende gerne nach Hause fliegt, da das Leben dort immer noch billiger und komfortabler? Kerosinsteuerbefreiung macht es möglich. Da ist es selbst für den Informatiker, der ja eigentlich zuhause arbeiten könnte, "effizienter" zu fliegen?

Nehmen wir obiges Beispiel. 4mal die Woche Zürich-Athen-Zürich zu 200 Franken macht 800 Franken. Dazu noch ein Zimmer für 800 Franken. OK, macht 1600 Franken für den Ofen. Aber ein Haus wie das zuhause, kostete hierzulande natürlich deutlich mehr (zumal in Zürich). Und man denke nur an den Lohn.
Es steht mir nicht an, solchen Menschen so etwas zu verdenken. Sie suchen ihr Glück und das Glück für die Familie. Aber da läuft gewaltig was schief. Über die Folgen der Personenfreizügigkeit möchte ich mich hier nicht auslassen, denn das würde wohl den Rahmen dieses Themas etwas sprengen. Aber solch ein Verhalten zu fördern und zu subventionieren? Nee, oder? Allenthalben das Geplärre von der Kostenwahrheit, vor allem beim bösen Auto (welches übrigens je nach Berechnung seine Kosten zu 90% deckt, also mehr noch als die Bahn mit 60%).

Die Steuerbefreiung von Kerosin lässt sich schlicht durch nichts rechtfertigen!

Selbst auf den wenigen Strecken wo das Kerosin besteuert wird, greift man sich manchmal an den Kopf: http://www.20min.ch/finance/news/story/30351376 Etihad hat natürlich unbeschränkt Kredit von den Scheichs und die Idee wäre mit solchen Verbindungen die Langstrecken zu füllen. Was so nicht klappt, darum hat ja Etihad Regional auch einen Deal mit Aldireisen gemacht, der Kontingente für Restplätze auch für ganz andere Destinationen zu absoluten Billigstkonditonen übernimmt.

Alles Marktwirtschaft? O tempora mores. Der Adam Smith würde sich im Grab umdrehen! Trotz aller Förderung schreiben die meisten Airlines übrigens rote Zahlen, nur zur Info.

Also ist bereits der 1. Punkt, derjenige der Wirtschaftlichkeit dieser "Industrie" schon ungenügend. Allen Förder- umd Hätschelmassnahmen zum Trotz.

Zum 2. Punkt gibt es wohl nicht viel zu sagen. Denn ökologisch gesehen ist die Fliegerei eh eine Katastrophe. Der geneigte Leser kann zum Beispiel hier ein paar Berechnungspielchen machen. Ich selber habe die Strecke Zürich-Wien gewählt. Bedeutet pro Auto 0,145 Tonnen CO2, im Flugzeug 0.162 Tonnen pro Nase. Wenn drei Personen im Auto sitzen, dann wären das 0,483 Tonnen pro Nase. Aber das böse Auto zahlt hüben wie drüben brav die Steuern auf Benzin (im Gegensatz zum Flugzeug), weil es ja so gruusig und schmutzig ist. Mir unvergessen ist auch eine der ersten Abstimmungen wo ich mitreden durfte. Die Stopp F/A-18 Initiative. Damals hatte ich mir gerade die erste Karre vom Mund abgespart. Einen Renault 5 mit 60'000km. Im Rahmen des Abstimmungskampfes wurde dann bekannt, was solch ein F/A-18 in etwa an Sprit verbraucht. Krass, meine Occasion hatte in ihrem 60'000km-Leben exakt so viel Treibstoff verbrannt, wie der F/A-18 in einer Flugstunde benötigt. Unnötig zu erwähnen, dass mein Vorbesitzer brav Steuern darauf bezahlt hat, aber lassen wir das.

Die Steuerbefreiung von Kerosin lässt sich schlicht durch nichts rechtfertigen!

Der dritte Punkt, die Sache mit der Sicherheit ist etwas heikel. Nicht nur weil der Fall ja angeblich eh klar ist, da das Flugzeug dem Vernehmen nach das sicherste Transportmittel darstellt. Nein, die Pietät und das Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer des jüngsten Absturzes machen die Sache etwas delikat. Darum zum aktuellen Unglück nur ein einziger Gedanke, zumal ja auch noch nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen. Vermeintliche Sicherheitsmassnahmen führen oft zum Gegenteil. Die Verriegelung der Tür zum Cockpit ist eine seit 9/11 eingeführte Massnahme, die die Sicherheit erhöhen sollte. Hier führte das zur Katastrophe. Nun versucht man sofort und hektisch eine neue Massnahme, welche angeblich die Sicherheit erhöhen sollte. Nun müssen immer zwei Personen im Cockpit sein. Hm, ob das die Sicherheit wirklich erhöht?

Die Doppelbesatzung an sich macht man ja aus Sicherheitsgründen. Sei nur am Rand erwähnt, dass genau diese Doppelbesatzung manchmal zum Absturz führt, wenn Copilot und Pilot sich nicht einig sind, resp. der Copilot gegenüber dem höheren Dienstgrad des Kapitäns kuscht und sich nicht mal traut, bei einem offensichtlichen Fehler zu intervenieren (oft Unfallursache, zum Beispiel Alitalia am Stadlerberg). Naja, dann könnte man sich die Doppelbesatzung ja gleich sparen?

Sicherheit und Statistik sind immer ein bisschen relativ. Gedanken an die vor einem Jahr vom Meer verschlungenen MH370 kommen hoch. Man kann es wenden und drehen wie man es will: Malaysia Airlines ist wirklich nicht vom Glück verfolgt.
Eine der besten und sichersten Airlines weltweit, musste exakt vor einem Jahr den Verlust einer Boeing 777 mit 227 Passagieren beklagen. Dieses Flugzeug, es wurde bis zum heutigen Tag noch immer nicht gefunden, trotz der grössten Suchaktion aller Zeiten. Flug MH 370 von Kuala Lumpur nach Peking ist einfach nicht mehr da. Ein Unglück kommt selten allein. Am 17. Juli 2014 wurde Flug MH 17 (Boeing 777 mit 289 Passagieren, darunter Kinder) von Amsterdam nach Kuala Lumpur von irgendwelchen wilden, kriegsspielenden Pavianen über der Ukraine abgeschossen. Wer es genau war, wen interessiert es denn noch? Wahrscheinlich wird es eh nie ans Licht kommen.

Ich denke mal, der Abschuss der MH 17 war nicht beabsichtigt, eine Art "Unfall". Aber tatsächlich machten sich die Airlines erst nach diesem Abschuss Gedanken darüber, dieses Gebiet weiträumig zu umfliegen. Hätte man sich das vielleicht vorher überlegen sollen? Auf der anderen Seite; Indianerlis spielen gibt es auf der ganzen Welt, in dieser Flughöhe (10km; Flugraum Donezk war unter 9,75km gesperrt) werden noch ganz andere Krisenherde überflogen.

Die Hinterbliebenen des jüngsten Flugunglückes oder auch die der MH17 haben wenigstens Gewissheit. Die Angehörigen der Fluggäste von MH370 nicht. Wie ist es möglich, in Zeiten wo man jeden Hosenknopf mittlerweile orten kann, dieses Flugzeug nicht zu finden?

Ich schweiffe ab, resp. verstricke mich in "Einzelfälle". Aber eben, die absolute Sicherheit des Fliegens ist auch relativ. Denn wenn man in einem der Flugzeuge war, dann ist man nicht mehr am Lében. Und ja, die Statistik, dass Fliegen das sicherste Transportmittel, sie fusst auf Berechnung von Personenkilometern. Natürlich macht man mit dem Flugzeug mehr Kilometer als mit der Bahn oder mit dem Auto. Also müsste man die reinen Stunden rechnen. Da sieht dann die Geschichte plötzlich ganz anders aus. Da ist die Bahn dann deutlich sicherer und auch der Fernbus.

Fliegen ist sowas von Vorgestern. Fliegen für Strecken unter 600km gehört abgeschafft und ja, Kerosin gehört gefälligst besteuert.

24 Kommentare


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