Sollen die Schulen nur noch auf wirtschaftlich verwertbare Bildungs- und Forschungsinhalte ausgerichtet werden?

Ein wirksames Mittel, den Trend zu "weichen Fächern" zu stoppen wäre es, den Schwerpunkt der Bildungsinhalte schon in der Volks- und Mittelschule auf Mathematik, Wirtschaft und Technik zu legen, dies auf Kosten der sprachlichen und musischen Fächer, der Geographie und der Geschichte. Im Weiteren könnte an den Hochschulen durch entsprechende Studien- und Forschungsbedingungen eine Umlenkung der Studierendenzahlen auf die von der Wirtschaft bevorzugten Studienrichtungen versucht werden. Grundsätzlich sollte sich der Staat im Bildungs- und Forschungsbereich auf wirtschaftlich relevante Inhalte konzentrieren und Inhalte zur Erbauung der privaten Initiative überlassen.

Bildung ist allerdings mehr als Vorbereitung auf einen Beruf. Die Freizeitgestaltung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein; im Privatleben und der Politik sind wir ständig mit gesellschaftspolitischen Fragen konfrontiert; wir müssen Werturteile fällen. Die Orientierung im Leben erfordert mehr als das beruflich verwertbare Wissen. Was dazugehört muss immer wieder neu geprüft werden. Der Lehrplan 21 böte Gelegenheit dazu. Wenn ich allerdings lese, welche Widerstände aus LehrerInnenkreisen nur schon kleinste Veränderungen in der Fächer- und Stundentafel oder in Promotionsverordnungen auslösen, habe ich Zweifel an der Reformierbarkeit unseres Bildungssystems.

23 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Bildung»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production