Sind Sie geimpft? Oder ein besoffener Taxifahrer und Holocaustleugner? Schwarz-Weiss Thema: Impfen

Der Service Public in der Schweiz bringt auch gute Sendungen hervor. Eine davon ist z.Bsp. die Arena. Oft ist es für den relativ neuen und auch etwas jungen Moderator schwierig seine Gäste unter Kontrolle und im Zaum zu halten. Aber er meistert seine Aufgabe doch ziemlich gut. Denn die Kontrahenten schenken sich ja meist nichts. So auch gestern nicht.

Worum ging es? Um das Impfen.

http://www.srf.ch/play/tv/popupvideoplayer?id=698f5c5c-fea5-4d93-8a10-a82746c4e3e1#t=8

Hier gibt es keine Nuancen. Nur Gut und Böse. Für Beda Stadler sind Impfskeptiker Mörder und Scharlatane. Felix Gutzwiler verbietet es seine blasierte Höflichkeit, die selben Worte zu verwenden. Herr Daniel Trappitsch vertritt die klare Gegenseite und Frau Yvonne Gilli an seiner Seite, sie kommt wohl am nächsten dem, was man einen gesunden Menschenverstand nennen würde.

Wieso denn nur diese Aufregung? Woraus entsteht sie denn? Wer impfen will, der soll dies tun, der andere bleiben lassen. Wir leben doch in einem freien Land?

Hm, nicht ganz.

Impfskeptiker sind Holocaustleugner und besoffene Taxifahrer (Pflegepersonal), so sieht es der Immunologe und anstandsmässig absolut indiskutable Beda Stadler (gegen den es leider keine Impfung gibt).

Wenn man etwa seinen Kinder die unsäglicher Kanonade der Kombinationsimpfung Diphterie/Masern/Röteln nicht zumuten will, dann gilt man als Aussenseiter, handelt angeblich verantwortungslos. Wer seine Kinder nicht gegen Masern impfen will, der hat Sanktionen zu befürchten. Indem im Epidemiefall das Kind 21 Tage nicht zur Schule darf.

Als Pflegepersonal hat man es u.U. noch schwerer. Man wird automatisch und systematisch in Erklärungsnotstand versetzt, wenn man sich zum Beispiel nicht gegen die Grippe impfen lassen will. Die neueste Version des Judenstempels ist dabei nicht nur rechtlich absolut indiskutabel, nein, rennt auch offene Türen ein. Denn was Wunder auch, Pflegepersonal und Ärzte sollen sich eh desinfizieren, bevor sie ans Patientenbett treten. Wer hätte das gedacht? Interessant, dass es in den Spitälern immer noch Hygienebeauftragte gibt, die dem Personal erklären müssen, dass Desinfektionsmittel nicht nur zur Dekoration dort stehen und man sich doch bitteschön ab und an mit Seife und Wasser die Hände waschen soll. Am schlimmsten ist es ja angeblich bei den Ärzten (Akademiker halt), die mit der selben schmutzigen Krawatte von vor drei Wochen Patientenbesuche machen. Gleichzeitig wird da noch was von Verantwortung und moralischer Verpflichtung zum Impfen gefaselt. Pfui Teufel! Erstens kann man dem Patienten noch allerlei anderes anhängen (erinnert mich an die Zeit bei meinem Vater in der Onkologie des Unispital Zürich, die hatten da so eine wunderbare Magendarmgrippe laufen. Unmöglich, selbst ich hatte durch meine Besuche den Scheisser. Unnötig zu erwähnen, dass ich mir da um meinen Vater, der durch die Chemo immungeschwächt war, doch deutliche Sorgen machte). Naja, wenn wir unsere Spitäler auf Zentralafrikanisches Niveau runtersparen, dann stellt sich natürlich die Frage nach dem Impfen etwas neu und anders.

Interessant bleibt aber das Faktum, dass gerade Pflegekräfte partout nicht zur Grippeimpfung zu bewegen sind. Dies lässt tief blicken und sagt mehr aus, als manche Studie. Leider kann das Pflegepersonal hierzu nicht frei Red und Antwort stehen, will es seinen Job nicht riskieren.

Ein Wort noch zur Grippeimpfung: Sie ist absolut ineffizient. Denn erstens stimmt der Virenmix meist eh nicht mehr (was jeden der sich mit der Sache nur ein paar Minuten befasst nicht verwundern kann, denn in einer Minute gibt es 10'000 und mehr Generationen an neuen Viren) und zweitens hört man von den meisten Geimpften immer das Gleiche: sie seien zwar tatsächlich nicht an der Grippe erkrankt, aber den ganzen Winter über verschnupft und erkältet gewesen. Der Fall von Genf, wo eine notabene geimpfte Krankenschwester ihre Mutter tödlich infizierte, weil eben gerade dummerweise der aktuelle Stamm durch die Impfung nicht abgedeckt wurde, den lasse ich jetzt mal geflissentlich weg.

Masern? Jep. Ist eine Kinderkrankheit. Nicht sehr angenehm, aber in 99% der Fälle machen die Kinder diese Infektion ohne Komplikationen durch und geniessen dann, im Gegensatz zu der Impfung, eine lebenslange Immunität. Masern ist eine typische Kinderkrankheit. Ich ginge jetzt nicht so weit, dass ich sage, sowas muss man erlebt haben. Aber eben, als Kind durchgemacht, ist Ruhe. Im erwachsenen Alter ist das ganze dann ganz schön heikel (Risiko für Komplikationen ist viel höher). Meist erkranken dann Leute, deren Impfschutz nicht mehr wirkt. Der Todesfall zu Berlin (einer der Aufhänger für diese Sendung) ist, wäre er nicht so tragisch, eine Lachnummer. Es handelt sich um ein Kind, welches einen Herzfehler hatte und deswegen eh niemals hätte geimpft werden sollen und letzten Endes an dieser Impfung verstarb. Klassisches Eigengoal also.

HPV? Vielleicht kann Frau Estermann hierzu mehr sagen. Meiner persönlichen Meinung nach, handelt es sich um eine absolut unnötige und gefährliche Impfung.

Ich bin ganz klar nicht objektiv bei diesem Thema. Denn ich gehöre zu den Impfschäden, die es ja angeblich nicht gibt. So leide ich deswegen seit meiner Kindheit unter eine mittellgradiger Schwerhörigkeit. Mit der ich zwar gut klarkomme und die sich mittels Hörgeräten auch gut korrigieren lässt. Aber eben, gewisse Berufsträume (Reisbusfahrer) sind damit natürlich dahin... Naja, in meinem Fall noch Glück gehabt, sitze nicht im Rollstuhl. Anerkannt wird das ganze natürlich nicht. Beobachtungen von Eltern und so, das ist alles nichts wert.

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