In der Not frisst der Teufel fliegen: Jetzt wird auch in der EU über Vollgeld gesprochen. Eine breit abgestützte demokratische Diskussion wäre vorzuziehen.

Der ehemalige polnische Finanzminister schlug an einem informellen Treffen mit dem Ex-EZB-Chef Trichet vor, die EZB solle direkt und schuldenfrei realwirtschaftliche Projekte finanzieren.

Dies entspricht einer etwas verwässerten Form der Vollgeld-Reform, zu der gegenwärtig für eine Volksinititiave gesammelt wird.

Bis jetzt finanzierte die EZB nur Banken, deren Kreditvergabe an die Staaten dadurch erleichtert wurde, aber die Nettoschulden erheblich erhöhte und nicht zum erwünschten realwirtschaftlichen Nutzen führte.
Nach Ansicht Rostowski, polnischer Finanzminister von 2007 bis 2013, gefährdet der aktuelle Sparkurs die Existenz der EU: Der von den EU-Lenkern und der Troika favorisierte Weg über strukturelle Anpassungen und Sparprogramme werde erst in zehn bis fünfzehn Jahren zu einem signifikanten Wachstumsimpuls führen. In der Zwischenzeit werde die wachsende Arbeitslosigkeit die Wähler zu extremen Parteien treiben und die Existenz der EU in Frage stellen.

Man darf gespannt sein, wie die Diskussion weiter geht. Typischerweise werden solche Ideen an informellen Treffen als Testlauf in die Welt gesetzt, bis sie dann später als offizieller Vorschlag auf den Traktanden erscheinen.
Eine breit abgestützte demokratische Diskussion über die Reform der Geldschöpfung ist den informellen Wegen der Finanzaristokratie und der politischen Eliten allerdings eindeutig vorzuziehen. Dies ist einer der Vorteile der Vollgeld-Initiative, die auch ihren Kritikern einleuchten sollte.

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