Im Feuilleton der Zeit vom 12.02.2015 schreibt Durs Grünbein über PEGIDA. Die Kritisierten kommen mir leider irgendwie bekannt vor ...

"Der Drang der Eingeborenen, Mehrheiten zu bilden und die Abweichler niederzubrüllen, ist etwas, das ich schon in der Schule kennenlernte. Es ist der wütende Opportunismus, ein ziemlich unsympathischer Zug. Die Zornader auf der Stirn vieler Sachsen (nicht nur die der Sachsen...), ihr Zorn gegen alles, was sie als Einmischung von aussen empfinden (fremde Richter?!), ist mir öfter begegnet. Es kann einem Angst machen, das Heer dieser Leute, die Ängste schüren, weil die Freiheit (insbesondere die Freiheit anderer) ihnen zu gross ist. Weil sie die Zugluft spüren, die durch Europa weht. Weil sie den Folgen der Globalisierung, die alles erfasst, nicht mehr gewachsen sind. Aber sie lässt sich nicht aufhalten, und das ahnen sie dumpf, und nun wollen auch sie gern unaufhaltsam sein und sich dagegenwerfen als Patrioten. Der Patriotismus aber ist eine Form der Hysterie und der Hypochondrie - und er kommt immer zu spät, seit Nationalstaaten sich auflösen wie Zuckerwürfel in einem Glas Tee."

... und ich dachte immer Sachsen liegt im Norden Deutschlands ...

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