Euro-Mindestkurs: Die SNB sägt an einem Eckpfeiler der Schweizer Wirtschaft

Trotz einiger guter Argumente seitens der Euro-Mindestkurskritiker, ist (aus meiner Sicht) dessen Aufhebung mehr als nur brandgefährlich. Besonders der gewählte Zeitpunkt gilt es zu hinterfragen.

Die Wirtschaft der EU-Mitgliedsstaaten bzw. des Euro-Raumes hat sich seit Jahren zusehends verschlechtert. Insbesondere die konjunkturelle Situation in den südlichen Ländern ruft zur Besorgnis auf. Die Schweiz konnte sich hingegen als Insel des stabilen Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren gut über Wasser halten. Insbesondere die günstigeren Produkte im Ausland ermöglichen eine Wohlstandssteigerung in der Schweiz durch günstigere Importe. Die Exportwirtschaft hatte hingegen in den letzten Jahren zu kämpfen. Hervorzuheben ist hier insbesondere die Maschinenindustrie. Aber auch der Tourismus wird mit dem neuen Eurokurs seine Probleme haben. Beide Branchen sind jedoch wichtige Arbeitgeber in der Schweiz.

Durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses wird es nun fast unmöglich sein, keine Entlassungen als Massnahmen zu beschliessen oder überhaupt Gewinne zu verbuchen. Deregulierung ist sicher ein Mittel zur Unterstützung unserer Wirtschaft, aber es wird nicht reichen. Auf einen derart raschen Einbruch des Eurokurses konnte sich in dieser kurzen Zeit kaum ein Unternehmen vorbereiten. Ob Negativzinsen hier weiterhelfen, bleibt abzuwarten.

Die Mittel zu Rettung unserer Wirtschaft scheinen aufgebraucht. Die Quadratur des Kreises war gestern nicht möglich, sie ist es heute nicht und wird es auch in der Zukunft nicht sein.

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