Entlastungsprogramm für die Wirtschaft ja, aber...

Paukenschlag in der Schweiz am Sonntag. Die Bürgerlichen wollen ein milliardenschweres Entlastungsprogramm für unsere Wirtschaft aufgleisen. Etwas in diese Richtung ist nötig. Allerdings fehlt dieser Idee jegliche Innovation. Bluten soll wie immer das "gewöhnliche Volk". Arbeitsfrei erwirtschaftetes Einkommen und angehäuftes Vermögen soll nach wie vor unangetastet bleiben. BR Schneider-Amman sitzt wieder dem Denkfehler auf, Ursache des Einkaufstourismus seien angestelltenfreundliche Ladenöffnungszeiten und nicht die happigen und meist ungerechtfertigten Preisunterschiede zum Ausland.

Ich bin auch für eine Entlastung der produzierenden Wirtschaft. Allerdings nur, wenn die Kaufkraft der ganzen Bevölkerung gleich wenig oder gar nicht angetastet wird. Das heisst, sinken die Löhne, müssen auch die Immogesellschaften und -fonds ausserhalb der gebundenen Altersvorsorge via Senkung von Wohnungs- und Geschaftslokalmieten ebenso wie Aktionäre und Generalimporteure den Gürtel enger schnallen. Ebenso die Erben von unproduktiven bzw. eingemotteten Riesenvermögen und nicht selbst genutzten Immobilien. Die Senkung der Wohnungsmieten würde übrigens auch bei der Sozialhilfe ganz hübsch einschenken, sind doch ca. 40% davon Subventionen an die Vermieter. Tendenz steigend.

Die Behauptung, die öffentliche Verwaltung nehme der Wirtschaft fähige Arbeitskräfte weg, ist schon sehr gewagt. Als ob die "Privatwirtschaft" die nach ihrem Wunsch geschassten Beamten dann mit offenen Armen in ihren Konzernen willkommen heissen würde.

Würden Toni Brunners Vorschläge umgesetzt, wäre die Frage nicht ob, sondern wann unser Land eine verarmende Bananenrepublik mit ein paar Bonzenghettos würde oder der EU beitreten müsste.

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