1% = 50% oder auch nicht und vielleicht doch viel mehr aber auch egal.

Ein interessanter Bericht im Tagesanzeiger, auch wenn er leider etwas in der Flut der Meldungen zum islamistischen Terror und europäischer Hypochondrie untergetaucht ist.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Das-reichste-Prozent-besitzt-bald-die-Haelfte-aller-Vermoegen/story/26568734

Die Aussage dass 1% der Bevölkerung 50% der Vermögen besitzt ist nicht wirklich das grösste Problem und nicht zu Ende gedacht.
Denn dieses Vermögen übt auch einen sehr grossen Einfluss aus auf weitere, weniger vermögende Menschen, welche von dieser Verteilung noch profitieren, quasi als Dienstleister (und Abhängige) der 1%.
Dazu gehört sicher auch fast die ganze Schweizer Bevölkerung.

Wenn man diese Gruppe dazurechnet sieht es wohl deutlich dramatischer aus.
Schätzungen welche diese Abhängigkeiten berücksichtigen, haben deshalb eine andere Aussage:
1% der Bevölkerung besitzt zwar direkt 50%, beeinflusst aber deutlich mehr als 80% der Vermögen, Tendenz steigend.

Anderseits ist das auch weit weniger schlimm als es sich so anhört.

Erstens muss man bedenken was hier unter „Vermögen“ zusammengefasst wird.
Da ist alles dabei, von Immobilien, Bargeld und Edelmetallen über Aktien und Schuldscheinen alles Unterschiedliche.
Und oft genug sind diese „Vermögen“ so untereinander vernetzt dass sie nicht mehr eindeutig zugewiesen werden können. So ist der potenzielle Einfluss dieser Vermögen nicht wirklich 1:1 umsetzbar.

Zusätzlich werden bei einer zu starken Konzertierung von „Vermögen“ und „Macht“ diese Begriffe auch zerstört, weil der Glaube daran zerfällt und der Druck von „unten“ grösser wird.
Aber der Bruch mit bestehenden Konventionen wird nie von den wirklich Mittellosen ausgelöst, sondern von den eben erwähnten Abhängigen der 1% im Mittelstand.

Doch davon sind wir noch weit entfernt;
Sowohl in der Schweiz wie auch in den meisten anderen Ländern der Welt sind der Einfluss auf und der Glaube an die bestehenden Lebensweisen und Regeln der Wohlabenden und des Mittelstandes ungebrochen.

So gesehen bleibt uns genügend Zeit um weiterhin den nicht wirklich lösbaren Alibi-Konflikt der Kulturen zu führen.

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