Migros-Bolliger und die Nachhaltigkeit

In seinem Neujahrsgruss (Migros-Magazin Nr. 1 vom 29. Dezember 2014) behauptet Herbert Bolliger, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, allen Ernstes „Die Migros war, ist und bleibt Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit“. Gleichzeitig ist er erfreut, dass die übermässige Zuwanderung in die Schweiz weitergeht. Ist das nachhaltig? Ist es nachhaltig, den bei der Migros verbotenen Verkauf von Alkohol und Tabak durch die Töchter Denner und Voi zu unterlaufen; den Sonntagsverkauf zu pushen; Süssigkeiten auf Höhe von Kinderhänden anzubieten und M-Budget-Produkte zuunterst in die Gestelle zu legen, für Mitarbeitende und Kunden nur mühsam erreichbar; das Sortiment so auszuweiten und zu differenzieren, dass vieles nach dem Ablaufdatum entsorgt werden muss; grosse Einkaufszentren mit langen Anfahrtswegen für die Kunden und Kundinnen zu forcieren; Umsatz auf Teufel komm raus zu bolzen? Die ganze Misere wird zugedeckt mit intensivem Propagieren von sozialem und umweltmässigem Engagement in Teilbereichen. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird heute bis zum Abwinken für alles und jedes missbraucht. Zeit, sich von ihm zu verabschieden.

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