Die Leitmedien sind unter die Räder gekommen. Dabei müsste es doch spätestens seit der Krim-Krise für das kostbare Gut Wahrheit, einen profitablen Markt geben.

2014, das Jahr, in dem die Mainstream-Lei(d)medien angezählt sind

Zweifellos ist es für die unter die Räder gekommenen Leitmedien alles andere als wohltuend, Klassifizierungen wie «Zensur-», «NATO-», «Mainstream-» oder «gleichgeschaltete Lei(d)-Presse» hinunterschlucken müssen. Aber der überspannte Bogen ist zerbrochen. Dabei müsste es doch spätestens seit der Krim-Krise für das kostbare Gut Wahrheit, einen hungernden, wenn nicht sogar profitablen Markt geben.

Unter den ins Sturmtief geratenen Mediengiganten befinden sich nicht nur die Formate der Axel Springer-Gruppe. Auch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF stehen am Pranger. Der Vorwurf lautet, einer neutralen und unabhängigen Berichterstattung den Rücken gekehrt zu haben. Aber auch die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) macht von sich reden. Nachdem in den Kolumnen der alten Tante fast ausschliesslich undifferenzierte Berichte nach dem Muster “NATO gut / Putin böse” publiziert werden, gab es in den letzten Wochen eine Hysterie in der Teppichetage, wo der Verwaltungsrat einen kritischen, neuen Chefredaktor installieren wollte, der nicht in die Ideologie der neuen Riege passte.

Angefangen bei WikiLeaks, The Intercept oder vorübergehenden Zusammenschlüssen wie das GuttenPlag Wiki, das Karl-Theodor zu Guttenberg zu Fall brachte, entwickelten sich Wellen, die zurückschlugen. Auf der einen Seite predigt man uns das Zeitalter totaler Transparenz, auf der anderen Seite werden uns die engen Verfilzungen zu den transatlantischen Netzwerken verschwiegen, bei denen zum Beispiel der “Welterklärer” Claus Kleber von ARD und ZDF Mitglieder sind und die sich bei ihren Verlautbarungen als “Journalisten” verkaufen.Aber nicht nur Vorzeigejournalisten wie Kleber sind mit transatlantischen Netzwerken verfilzt. Die Regie des öffentlich-rechtlichen steuert gehörig mit. So wurde beispielsweise das eigentlich hervorragende und damals aktuelle Fernsehinterview mit iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad bewusst auf eine Sendezeit nach Mitternacht verlegt, da sich der iranische Präsident gegen die interessen der NATO profilieren konnte.

Über die am 22. August 2014 durchgeführt Kampagne “Tag der Wahrheit“, bei der die Journalisten und Medienhäuser aufgefordert wurden, für einen Tag die Warhheit zu publizieren, wurde von “offizieller” Seite kaum berichtet. Heftige Wellen schlug dafür die Publikation von Udo Ulfkotte’s Buch “Gekauften Journalisten“.

In die Nischen preschen alternative Medien. Die alternative Presse stellt Fragen, bei denen man als Journalist mit seinem Job spielen würde. Die journalistischen Leckerbissen werden von vielen dankbar aufgenommen, die gemerkt haben, dass sich die immer offenkundigeren Widersprüche nicht mehr zusammenschustern lassen. In die Nische gesprungen ist am 6. November 2014 auch RT Deutsch (deutschsprachiger Sender des internationalen Russia Today) mit dem vielversprechenden Format “Der fehlende Part”. Nachdem sich das hysterische Hyperventilieren der Leitmedien darüber etwas beruhigt hat, zeigt das als “Putin-Versteher-Fernsehen” verschriehene Medium eine hohe journalistische Qualität. Die Fragen sind differenziert, Moderatoren und Gäste qualifiziert. Neben einem Senkrechtstart von RT Deutsch werden aber auch weitere von den USA unabhängige Presseportale wie MMNews oder DWN u.v.m. zunehmends für den Nachrichtenkonsum genutzt. Die Antwort der Stammpresse ist vernichtend wie monoton: Es handle sich um gekaufte Moskau-treuen Journalismus oder um Verschwörungstheoretiker. Obwohl die Keule besonders hart scheint, zeigen solche Reflexe die Hilflosigkeit über Institute, die sich vom Mainstream lösen konnten und wieder das tun, wofür sie ausgebildet wurden, seriösen Journalismus zu betreiben. Aber die Kritik gegenüber neuen alternativen Medien greift zu kurz. So haben neben Eva Hermann (ex BR), Gabriele Krone-Schmalz (ex ARD) auch Chefredaktoren wie zum Beispiel Christoph Hörstel (ex ZDF) die Lager gewechselt. Gestandene journalistische Grosskaliber, die ihr Handwerk beherrschen.

Zwar müssen die neuen Medien wirtschaftlich unten durch, aber diese Perspektive scheint vielversprechender, als die Leser und Zuschauer mit Halb- und Unwahrheiten über den Tisch zu ziehen. Denn irgendwann ist nämlich jede Kriegskasse leer.

Tim(o) aus B.

Links zu alternativen Medien:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/
http://mmnews.de/
http://www.gekaufte-journalisten.de/chronologie/
https://www.youtube.com/user/rtdeutsch
http://nuoviso.tv/
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Mitgliedern_der_Atlantik-Br%C3%BCcke

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