Je leiser rieselt der Schnee, desto lauter verbiegt sich das Blech.

Alle Jahre wieder, eigentlich zum Lachen. Kaum schneit es zum ersten Mal etwas zünftig, müssen Polizei und Ambulanz wieder Sonderschichten fahren.

So auch dieses Jahr wieder: http://www.nzz.ch/panorama/erster-schnee-im-flachland-trotzte-wind-und-regen-1.18452023, http://www.blick.ch/news/wetter/auf-den-strassen-krachts-ueber-150-unfaelle-wegen-glatteis-und-schnee-id3371085.html oder http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Unfaelle-auf-den-Strassen---Fluege-werden-gestrichen-26044326

Auch Profis sind davon betroffen (wie schon erwähnt), ob mit oder ohne Winterreifen:
http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/schleuderfahrt-im-schnee-stadtbus-kracht-in-baum-id3373026.html

Wie gesagt, eigentlich zum Lachen, da sich Personenschäden meist in Grenzen halten.

Denoch, irgendwie greift man sich halt jedes Jahr wieder erneut an den Kopf. Hat man nun einen Führerausweis oder nicht? Ist man in der Lage jederzeit ein Fahrzeug sicher zu führen oder nicht? Wenn nicht, warum lässt man nicht sein Auto stehen, resp. gibt seinen Ausweis ab?

Oder hapert es gar an der Ausbildung? Geht der Fahrlehrer mit seinen Schützlingen nicht in den Tiefschnee, weil er Angst um sein teueres Auto hat? Ja, je nachdem wann im Jahr man seine Fahrausbildung beginnt, wird man nie ein Häufchen Schnee während seiner Ausbildung gewärtigen. Vielleicht ein Punkt? Hm, auf der anderen Seite gibt es ja jetzt diese obligatorischen Weiterbildungskurse (zu denen kein Schwein geht) und ja parallel und ergänzend dazu gibt es Fahrkurse auch im Schnee.

Im Rahmen meiner Fahrlehrerausbildung hab ich vor ein paar Jahren solch einen Kurs mitgemacht. Im tiefsten Winter, auf der Schwägalp. Top ausgerüstet mit BMW X3. Das war ein Erlebnis, was da aus so einer Kiste unter Extrembedingungen rauszuholen ist.

Aber eben, Profis staunen, was da im Grenzfall noch zu machen ist. Aber Leichtsinnige wollen es wissen und reagieren mangels Erfahrung erst noch falsch.

Auto fahren kann eigentlich jeder Idiot. Voraussetzung aber ist, dass immer alles schön gepfadet und geräumt ist und vor allem, dass der Verkehrspartner damit rechnet einen Idioten auf der Gegenfahrbahn zu haben, bei dem man ggf. schnell reagieren muss.

Davon müssen wir wegkommen. Entweder kann man Autofahren, oder dann überlässt man es halt den Profis. Denn Menschenleben sind zu wertvoll, um sie solch einem Experiment auszusetzen. Wer weiss, was Verantwortung bedeutet und sich mit solch banalen Dingen wie der Fahrphysik auseinandergesetzt hat, der ist auf der Strasse auch im Winter sehr willkommen. Die anderen sollen zuhause bleiben oder mit der Bahn fahren.

Respekt jedem gegenüber, der sagt, im Schnee fahr ich nicht Auto, das trau ich mir nicht zu.

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