Quoten - Ein linkes Statement gegen falsche Lösungen zur Gleichstellung.

Was denken wir, wenn wir den Begriff „Gleichstellung“ hören? Natürlich, der immer noch springende Punkt bleibt u. A. die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann. Später fällt uns vielleicht noch die Chancengleichheit in der Karriere ein, vielmals verbunden mit den Problemen des Sexismus. Auch dies bildet einen Brennpunkt einer noch nicht vollzogenen Gleichstellung.

Das Wundermittel – eine Frauenquote? Zwar stehe ich in meinem politischen Umfeld doch etwas alleine da, doch als Liechtensteiner darf man durchaus auch seine eigenen Brötchen backen :). Daher ist eine staatliche Regelung eines fixen Verhältnisses zwischen Frauen und Männern in bestimmten Gremien nur schon aus Gründen der Gleichbehandlung abzulehnen. Andauernd reden wir von „wir haben mehr Frauen mit Uni-Abschluss“ oder „wir müssen es unseren Frauen gönnen“. Die wichtigere Problemstellung sieht aber folgendermassen aus: Die Karrieremöglichkeiten, sprich die Voraussetzungen für Karriere, sind in weiten Gesetzesbereichen noch nicht mit der erfolgten Emanzipation vorangeschritten. Elternurlaub, Karenzzeit sowie weitere Hemmnisse sind anhaltende Gesetzesfehler, die es Frauen mit der Entscheidung leichter macht, ob beruflichen Aufstieg wagen oder nicht.

Mit einer Frauenquote wollen wir - schlecht getarnt wohlbemerkt – unsere bisherigen Fehler im Gleichstellungsprozess verdecken. Als ob mit einer solchen Quote die Probleme von 0 auf 100 beseitigt wären ist nichts als illusorisch und schwach, auch von linker Seite (SPD - Deutschland). Die geplante Regelung wäre zusätzlich diskriminierend Männern gegenüber, da diese von keiner Quote „profitieren“. Klar, der Satz wirkt sicherlich überspitzt und provokant, dennoch es ist Fakt. Auf dieses Argument kommt vielmals: „dann führen wir eine Geschlechterquote ein“. Die Befürworter retten sich von einem vermeintlichen Problem zum nächsten – und verstehen die Nachteile einer Quote weniger als die Vorteile.

Eine bessere Idee: Erfüllen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen, nehmen wir Frauen ernst im beruflichen Alltag und bieten ihnen die gleichen beruflichen Möglichkeiten wie Männern. Als Eltern sollten auch Männer entscheiden können, zu Hause ihre Kinder zu hüten. Quoten, egal in welche Richtung sie gehen, wirken auf den 2. Blick diskriminierend und stellen mehr Probleme her, als dass sie diese lösen würden.

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