Raumplanung im Clinch zwischen Zuwanderung, Wohnungsnachfrage und Zersiedelung

Die Netto-Zuwanderung von Ausländerinnen und Ausländern verursacht zu rund 70% den Neubau von Wohnungen. Der Ursprung der Zersiedelung ist selbstverständlich die Nachfrage nach selbstbestimmtem, grossflächigem Wohnen in angenehmer Umgebung und/oder auch die Vertreibung aus den urbanen Räumen wegen des dort hohen Mietzinsniveaus, was wiederum eine Folge des hohen Zuwanderungsdruckes ist. Diesem Zersiedelungsdruck nachgegeben tun zuerst die daran interessierten Grundeigentümer und Grundeigentümerinnen in den Agglomerations- und Landgemeinden, dann die Gemeinderäte und Gemeindeversammlungen und als Kontrollinstanzen die Kantonsregierungen und -parlamente und der Bund, wobei die Protagonisten zum Teil in mehreren Rollen gleichzeitig tätig oder vernetzt sind.

Mit dem revidierten Raumplanungsgesetz (RPG) kann die Zersiedelung leider nicht gestoppt werden, im Gegenteil: Mit der Bezeichnung von neuem Siedlungsgebiet im kantonalen Richtplan wird Druck auf einzelne Gemeinden ausgeübt, neue Bauzonen auszuscheiden. Die gross propagierten Verdichtungsmassnahmen werden leider nur die Ausnahme bleiben, zu gross ist der Nachfragedruck nach „unverdichtetem Wohnen“.

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