Klartext Gold – ein persönlicher Kommentar zur Gold-Initiative (Gold ist Geld, alles andere ist Kredit)

Wenn man die Berichte und Kommentare in den Medien zur Gold-Initiative liest, muss man zum traurigen Schluss kommen, dass es wieder einmal nicht einfach sein wird, sich für den einfachen Bürger und die einfache Bürgerin einzusetzen. Arbeitnehmer-Parteien wie die SP, Arbeitgeber-Parteien wie die FDP, landauf, landab, alle monieren sie gegen die Initiative. Keine Ahnung, wie weit diese überhaupt wissen, was Gold ist, oder was eigentlich Geld ist.
Doch es wäre eigentlich nicht so schwierig, die durchaus richtigen Absichten der Initianten zu erkennen: Gold gibt es als Zahlungsmittel seit ewig, sein Wert sank noch nie auf Null, und wird es auch nie. Hingegen ist schon manche Papierwährung eingegangen oder durch Geldmengen-Inflation fast wertlos gemacht worden – und damit das Ersparte und das Vermögen der einfachen Leute vernichtet worden. Ja, vernichtet! Wenn die Schweizerische Nationalbank (SNB) also genügend Goldreserven hat, um den Schweizer Franken zu decken – und um dies geht es im wesentlich den Initianten! –, so wird auch dieser nie auf Null gehen. Und eine Währung, welche nie wertlos werden kann, ist eine Währung, in welche die Menschen vertrauen. Und eine Währung, in welche die Menschen vertrauen, wird daher auch nie dramatisch an Wert verlieren. Und damit kann auch das Ersparte eines Jeden einigermassen stabil bleiben. Und daran, daran ist nun wirklich nichts, aber auch gar nichts falsch!
Die Gegner halten jedoch dagegen, dass die SNB unabhängig sein müsse. Das sind dieselben, welche von der SNB verlangen, dass der schweizerische Franken zum Euro angebunden wird - Thema Mindestkurs von 1.20 CHF. Diesen Mindestkurs erreicht die SNB dadurch, dass sie massiv Euro kauft, um so den Euro-Kurs anzuheben. Angeblich hält die SNB jetzt 400 Milliarden Euro. Genau welche Unabhängigkeit ist hier noch gegeben? Als die SNB noch 2600 Tonnen Gold hatte, war sie wohl einiges unabhängiger als heute! Die Initianten verlangen folgerichtig, dass die SNB wohl unabhängig von der Politik, aber niemals unabhängig vom eigentlichen Auftrag sein darf: die Stabilität des Schweizer Frankens zu garantieren. Und das wird langfristig nicht mehr mit dem ‚Klumpen-risiko Euro’ möglich sein, welches wir jetzt in der Bilanz der SNB haben, sondern verlangt wieder nach echten Reserven.
Des weiteren bedauern die Gegner, dass die Initiative vorschreibt, die SNB dürfe einmal gekauftes Gold nicht mehr verkaufen. Halten wir fest: Es war in der ganzen Nachkriegszeit kein Problem für die Schweiz, dass die SNB kein Gold verkaufte. Es war ein Zeichen von Stabilität des Schweizer Frankens in der ganzen Welt, dass die Schweiz grosse Mengen an Gold hielt und diese nicht verkaufte. Es war ein Zeichen von Geradlinigkeit, dass bis in die 90er Jahre die Direktoren der SNB festhielten: das Schweizer Gold ist unverkäuflich! Es war einer der Fundamente, welche uns den Wohlstand von heute, insbesondere denjenigen des Mittelstandes, gebracht haben. Wo ist jetzt also genau das Problem?
Und wenn die SNB nun nicht mehr Gold verkaufen kann nach einer allfälligen Annahme der Initiative (wohlverstanden: sie darf dies nur nicht ohne vorherige Gesetzesänderung oder ohne Notrecht verkaufen, und sie dürfte es sehr wohl ausleihen), dann wird sie auch wieder ein gutes Stück unabhängiger von den Begehrlichkeiten der Politik. Und das ist sehr gut so. Man erinnere sich: Solidaritäts-Stiftung, AHV-Initiative, Auszahlungen an die Kantone, Begleichung der Bundesschulden, etc. Es fehlte wahrlich nicht an Ideen, was man mit dem Erträgen aus den Goldverkäufen alles machen könnte, als die SNB im Jahr 2000 mit diesen Verkäufen begann (übrigens praktisch auf dem Tiefstkurs!). Und: Hatte einer der heutigen Gegner der Gold-Initiative damals lautstark die Unabhängigkeit der SNB eingefordert? Hatte damals einer den Mut, sich gegen den Verkauf zu wehren? Nein, kein einziger. Eben.
Eines sollte nicht verschwiegen werden: Wenn wir wieder zum Zustand von vor den Gold-Verkäufen der SNB zurückkehren möchten, dann wird uns dies etwas kosten. Der Schaden, der angerichtet worden ist, lässt sich nicht ohne weiteres wieder korrigieren. Die Initiative verlangt daher auch nicht die volle Rückkehr; und sie gibt der SNB auch verhältnismässig lange Zeit, um die eigentlich bescheidene Deckung von 20% zu erreichen (also circa zwischen einem Drittel und der Hälfte der früheren Deckung). Dies ist in Anbetracht der Situation ein vernünftiger Kompromiss, wenn auch nur ein erster Schritt. Aber immerhin ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung, nämlich wieder zu einem Zustand von gesicherter Geld-Stabilität zu kommen: ein Zustand, welcher die Schweiz stark und wohlhabend gemacht hat; ein Zustand, welcher jeder Arbeitnehmer und Arbeitgeber, jeder Familienvater, jede Familienmutter braucht; ein Zustand, für welchen sich demzufolge jede Partei, ob links oder rechts, mit Blick auf ihr eigenes Parteiprogramm durchaus einsetzen könnte, oder sogar sollte. Doch leider tun sie es nicht (mit Ausnahme von ein paar kantonalen und internationalen Sektionen). Daher mein goldiger Ratschlag an Sie: Machen Sie es besser als die Parteien - stimmen Sie Ja!

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