Mit einer starren Gold-Quote und einem Verkaufsverbot wollen die Initianten die Schweiz „unabhängiger machen“ vom Ausland. Doch dies ist eine Illusion.

...denn die Währungen sind weltweit schon seit über 40 Jahren nicht mehr an Gold gebunden und die Schweiz wird sich auch in Zukunft, trotz Quoten-Gold, in einem komplizierten, globalen Finanzmarkt bewegen müssen. Dabei muss die Schweizer Nationalbank weiterhin flexibel agieren können. Zum Beispiel dann, wenn eine Euro-Krise ausbricht und die Schweizer Exportindustrie unterstützt werden muss. Dies hat die SNB mit Euro-Zukäufen getan und so die Schweizer Exportindustrie vor einem Totalschaden mit Tausenden von Arbeitslosen bewahrt. Auch ein paar Tonnen Gold mehr im Schweizer Tresor hätten die Euro-Zukäufe nicht verhindern können.

Bei Annahme der Initiative wäre die SNB zukünftig gezwungen bei solchen währungspolitischen Massnahmen immer auch noch Gold zuzukaufen. Eine doppelte Last. Ende 2013 hat die SNB 7,3% ihrer Aktiven in Gold gehalten. Würde die Goldinitiative nun angenommen, müsste die SNB Währungsreserven in grossem Umfang verkaufen und Gold zukaufen, nämlich für 63 Milliarden Franken. Nur so könnte die vorgeschriebene Quote von 20% erreicht werden. Stellen Sie sich vor, was mit dem Goldpreis geschieht, wenn die ganze Welt erfährt, dass die Schweiz per Gesetz tonnenweise Goldbarren einkaufen muss. Richtig, der Goldpreis wird stark steigen. Die Schweiz wäre dann gezwungen Gold zu teuren Konditionen einzukaufen und dürfte es nachher nicht mehr verkaufen. Dass die SNB in Vergangenheit Gold zu einem schlechten Preis verkauft hat ist übrigens unbestritten. Aber wer weiss schon, wie der Goldkurs sich entwickeln wird? Wissen Sie es liebe Leserinnen und Leser? Niemand weiss es. Gerade letztes Jahr ist der Goldpreis ist um 30% eingebrochen, und das hat dazu geführt, dass es keine Gewinnausschüttungen an Kantone und Bund gegeben hat. Fazit: Auch Gold ist unberechenbar. Und nicht zuletzt: Es ist sicherheitspolitisch nicht klug, alle Goldreserven in der Schweiz zu lagern. Denn eine absolute Sicherheit gibt es nicht, auch nicht in der Schweiz.

Die Initiative erreicht genau das Gegenteil von dem was sie will und schränkt den Handlungsspielraum der Schweizer Nationalbank viel zu stark ein. Dies mit negativen Folgen für die Schweizer Wirtschaft. Sie ist deshalb ganz klar abzulehnen.

Jean-Daniel Roth, Kommunikationsleiter EVP
Inhaber www.mycomm.ch

„Erschienen in ideaSpektrum 47/2014“.

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