Öffentlicher Brief an Christian Wasserfallen: Cannabis-Legalisierung in der Schweiz

Sehr gehrter Herr Christian Wasserfallen

Meine Meinung ist schon häufig mit der Ihren einhergegangen. Jedoch verstehe ich nicht, wieso Sie so konsequent gegen die Cannabis-Legalisierung ankämpfen.
Die Legalisierung wird (nach eingehenden ärztlichen Untersuchungen) beispielsweise auf 18 Jahren beschränkt und nur an ID-Besitzer gegen deren Scan, an einzelnen Standorten, vertrieben. Somit entfällt jeglicher (Drogen-) Tourismus, was da wohl die Lobby sagt? Ausserdem wären die Menge entsprechend portioniert pro Tag.

Warum Sie so vehement gegen dieses "Pilot-Projekt" ankämpfen ist mir schleierhaft. Wenigstens einer Versuchsreihe könnten sie zustimmen! Christian Wasserfallen Der.Liberale lässt hier einiges vermissen.
Jugendprävention, wie auf den Zigipäckli, welche durch Steuereinnahmen finanziert wird. Wie wollen Sie sonst die Jungen erreichen? Mit einem Präventionsclip vor der Tagesschau oder mit Fylern im Ausgang? Viel Erfolg!
Polizeistunden die abgebaut werden und sich dann verstärkt um den richtigen Schwarzmarkt "drehen" könnten. Apropos Schwarzmarkt: Sie haben in der Arena vom weltweiten Schmugglerringen in der Ziggi-Branche gesprochen, welcher in der Schweiz Einzug hält? Einfach nur lächerlich... genauso wie die illegalen Zigaretten ist auch der Schwarzmarkt für Alkohol in der Schweiz verschwunden! Oder sehen Sie nachts zu hause in Bern einen Alk-Dealer selbstgebrannten, nicht klassifizierten, evtl mit Frostschutzmittel gestreckten Schnaps verticken?

Mit Ihrer Argumentation sollten Sie auch gleich den Alkohol, die Zigaretten und das Ski fahren verbieten. So ist doch alles schädlich für den Schweizer Bürger und birgt Gefahren. Die Eigenverantwortung und die damit verbundene Entscheidungen kann ein erwachsener Bürger wohl wahrnehmen. Ansonsten müsste man Ihm vorher noch das Stimmrecht entziehen. Ich denke da sind wir uns dann doch einer Meinung.

Die Landwirtschaft erhält das Monopol für den Gras-Anbau (den grünen Daumen haben Sie ja bereits) und die Etatisten sind auch happy. Die Wirtschaft dankt und zwar auf die Kosten der Dealer.

Die Jugend kann nur auf dieses Thema
sensibilisiert werden, wenn man öffentlich darüber spricht und disskutiert und kein rigoroses Verbot vorherrscht. Niemad ist gegen eine Jugenprävention, momentan ist es einfach schlicht sinnlos.

Der 16 Jährige wird auch dann immer noch an seinen Stoff kommen wenn er umbedingt will (ist beim Alkohol / Ziggaretten auch nicht anders), jedoch ist dieser dann wenigstens vom Schweizer Bauern mit dem Swiss Label zertifiziert. Der Edelweiss-Joint ist dann immerhin frei von Pestiziden und anderen Giftstoffen!
Wenn Sie die Jugend wirklich schützen und gleichzeitig die Drogenkartelle schwächen wollen, wäre dies der richtige Weg.

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