Die eklatanten Widersprüche der Gegner der Gold-Initiative: Warum die Gold-Initiative ein wirksames Instrument gegen Fehlspekulation mit unserer Währung ist!

Artikel von Lukas Reimann für Inside Paradeplatz

Nachdem ich Dutzende von Streitgesprächen über die Gold-Initiative hinter mir habe und die Abstimmung immer näher rückt, nehme ich folgende zwei Dinge aus all diesen Debatten mit:

  1. Fast jeden Abend werde ich mit neuen – sich teils diametral widersprechenden – Argumenten gegen die Gold-Initiative konfrontiert.
  2. Trotz der ganzen Medien-Schelte ist an fast jedem Anlass, wo ich bisher teilnahm, die Zustimmung in der Bevölkerung für die Initiative riesig.

Fast täglich erscheinen wie von Zauberhand Artikel in den Schweizer Zeitungen gegen die Gold-Initiative. Trotz mehreren 100 verschiedenen Schweizer Medientiteln, ist mir – natürlich neben der Schweizerzeit - nur ein einziger Kommentar eines Journalisten bekannt, welcher sich für die Gold-Initiative ausgesprochen hat (Beat Feusi von der BaZ).

Ja, es wird jetzt so getan, als sei die Gold-Initiative eine äusserst weitgehende Revolution. Dabei wollen wir lediglich den bewährten Zustand von 1999 – welcher der Schweiz Stabilität , Sicherheit und Unabhängigkeit gebracht hat – wiederherstellen mit massvollen 20% statt wie damals 40% Goldanteil. Weltweit sind wir mit heute unter 10% nicht einmal unter den Top 40. Dies ist umso gravierender, weil die Schweiz über keine nennenswerten Rohstoffe verfügt, welche in vielen Staaten als Gold-Ersatz benutzt werden. Gold ist die Versicherung für riskante Hunderte von Milliarden von Euros und Dollars, welche die SNB hält und deren Entwicklung ungewiss ist. Gegenüber 1999 wirklich neu ist nur die ausschliessliche Lagerung des Goldes in der Schweiz. Und bis dahin waren sich alle in diesem Land einig:

  1. Gold ist das „unveräusserliche Familiensilber“ der Schweiz, wie es der Bundesrat immer betonte.
  2. Unveräusserliche Goldreserven stärken die Unabhängigkeit, die Glaubwürdigkeit und bei Interventionen die Handlungsfähigkeit der Nationalbank, wie dies die SNB höchstpersönlich stets betonte.

Gewisse Gegner verlieren mangels sachlicher Argumente bereits jetzt komplett die Nerven und bezeichnen uns beispielsweise als „goldsüchtige Zwerge“ (R.Strahm), „Verschwörungstheoretiker“ (Tagi), „Spekulanten“ (Blick) und „Isolationisten“ (NZZ) und machen damit die über 100‘000 Bürgerinnen und Bürger – welches die Volksinitiative unterschrieben haben – lächerlich. Doch es gibt durchaus auch Goldinitiativ-Gegner, welche sich der sachlichen Debatte stellen. Auf diese Argumente möchte ich kurz eingehen, um aufzuzeigen, wie sie – fast wie Papiergeld - in sich zerfallen:

Widerspruch Nr. 1: Gold-Anteil im internationalen Vergleich
Immer wieder wird als Argument vorgebracht, die Schweiz müsse mit dem Ausland mitgehen bezüglich Goldreserven, eigenständige Lösungen und Sicherheitsabwägungen seien isolationistisch und die Schweiz habe pro Kopf ohnehin die grössten Goldreserven. Was die Initiative verlangt, ist jedoch nicht ein Goldanteil pro Kopf, sondern eine Prozentzahl von der gesamten Bilanz. Der Goldanteil pro Kopf ist logischerweise hoch, da die Schweiz trotz geringer Einwohnerzahl ein international bedeutender Wirtschaftsplatz ist und da die Schweiz kaum Rohstoffe hat, die auch als Absicherung dienen können.
Fakt ist: Die SNB hat deutlich weniger Gold als die Nachbarländer! Die Schweizerische Nationalbank hält keine 10% ihrer Devisenreserven mehr in Gold. Hier der Vergleich mit den Nachbarländern:
Deutschland: 72.4%
Italien: 72.0%
Frankreich: 71.6%
Österreich: 55.6%
Weltweit lag die Schweiz bei Herauskommen der offiziellen Zahlen auf Platz 39, inzwischen ist sie weiter abgerutscht. Die Forderung der Gold-Initiative, den Goldanteil der Devisenreserven auf 20% zu heben, ist also keinesfalls überzogen. Es wäre eine massvolle Annäherung an die Nachbarstaaten und nicht isolationistisch, wie behauptet wird.
Seit über 3000 Jahren wird Gold als Wertaufbewahrungsmittel genutzt. Als einzige Währung, die seitdem noch Bestand hat, konnte Gold sämtlichen Krisen trotzen, ist nicht von inflationärer Geldpolitik betroffen und kann nicht beliebig reproduziert oder manipuliert werden. In Zeiten eines scheinbar grenzenlosen staatlichen Schuldenmachens, eines gleichzeitig fast unlimitierten Gelddruckens durch Zentralbanken und im Angesicht von Währungs- und Finanzmarktkrisen, die sich immer häufiger ereignen, fragen weitsichtige und sicherheitsorientierte Nationalbanken auf der ganzen Welt Gold stärker nach. Nicht so bei uns: Auf ausländischen Druck hat die Nationalbank seit Mai 2000 hinter dem Rücken des Schweizer Volkes mehr als die Hälfte unserer Goldreserven – über 1500 Tonnen - zu miserablen Preisen verschleudert. Hätte sie dies nicht gemacht, wären wir heute um mehr als 50 Mrd. Franken reicher! Solche Kapitalfehler dürfen sich nicht wiederholen!

Widerspruch Nr.2: Inflation vs. Deflation
Die einen von hochdotierten Experten geschriebenen Studien behaupten, wir hätten ja eher Probleme mit einer drohenden Deflation statt mit einer Inflation und die Initiative stärke den Franken so stark, dass sie eine Deflation auslöse. Die anderen von genauso hochdotierten Experten geschriebenen Studien behaupten, die Initiative löse eine Inflation aus, weil man Gold nicht mehr vertraue in den internationalen Finanzmärkten. Politiker vom Nein-Komitee behaupten am gleichen Abend meistens gleich beides: Einerseits vertraue niemand mehr dem Gold und Gold sei längst überholt aus vergangenen Zeiten, das schwäche den Franken in Richtung Inflation und gleichzeitig behaupten sie, Gold mache den Franken gefährlich stark, dass er eine Deflation begünstigen könne.
Welche Variante gilt denn nun bitte, liebe Gegner der Gold-Initiative?

Widerspruch Nr.3: Unverkäuflichkeit vs. leichte Verkäuflichkeit im Ausland
Als Argument gegen die Lagerung der Goldreserven in der Schweiz wird vorgebracht, man müsse Gold schnell auf den internationalen Goldmärkten verkaufen können und unterschlägt dabei, dass die Schweiz ein international bedeutender Goldmarkt ist. Goldreserven sind im Ausland nicht sicher. Wenn schon Barrenlisten vorhanden sind, muss auch zwingend die Feinheit der einzelnen Barren bekannt sein. Im Ausland besteht die Gefahr, dass den anderen Notenbanken die gleichen Barrenlisten abgegeben werden und somit das Gold vermeintlich zwar da ist, aber vielen gehört. Da braucht es Garantien. Da man die nicht in dieser Form bekommt, muss man das Gold zurückholen und auf die Verfügbarkeit und Reinheit (Feinheit) überprüfen.
Gleichzeitig – und damit würde das erste Argument jegliche Bedeutung verlieren – behauptet man aber, Gold werde mit der Initiative bis in alle Ewigkeit und selbst bei Währungszusammenbrüchen unverkäuflich. Hier unterschlägt man wohlwissend, dass jede Generation – demokratisch in einer Volksabstimmung (statt still und heimlich hinter dem Rücken des Volkes wie im Jahr 2000) – über Goldverkäufe jederzeit beschliessen kann. Zudem stellt die massvolle Goldreserve ja genau sicher, dass auch in Zeiten von Währungszusammenbrüchen oder Kriegen das Vertrauen in den Franken erhalten bleibt, weil bekannt ist, dass er ausreichend mit Gold gedeckt ist. Und wenn selbst dies – im schlimmsten aller schlimmen Fälle – nicht mehr gegeben wäre, könnte man selbstverständlich gegen Gold Rohstoffe oder Nahrungsmittel einkaufen. Dafür haben wir das Notrecht, welches beispielsweise auch letzte Woche beim IS-Verbot oder bei der UBS-Rettung angewendet wurde, und in einem äussersten Krisenfall fast in allen Bereich angewendet werden müsste.
Da ich immer wieder auf die Unverkäuflichkeit – auch von engagierten Befürwortern - angesprochen werde, hier noch eine Bemerkung dazu:
Ohne Verkaufsverbot finden Politik und Nationalbank immer 1000 Gründe, Gold zu verkaufen. Mitte 90-er Jahre zuerst die Solidaritätsstiftung und dann die Behauptung, wir bräuchten plötzlich überhaupt kein Gold in der Bilanz, nach 2000 fast panikartige Verkäufe ohne auch nur zu wissen, wohin der Erlös fliessen soll (AHV-Initiative), und 2005 bis 2007 nochmals 250 Tonnen verkauft angeblich rein "aus bilanztechnischen Gründen“!?
Wichtig: Die SNB kann mit unverkäuflichem Gold genauso agieren wie heute. Gold muss ja nur verkauft werden, wenn Franken „zurückgekauft“ werden sollen. Die SNB hat nach eigenen Angaben jederzeit und problemlos die Möglichkeit, beliebig viele Franken zu kaufen, ohne Bilanzposten zu veräussern, einfach indem sie eigene Schuldscheine, sog. SNB-Bills, gegen Franken verkauft.
Sagen wir es mit den Worten des Bundesrates, welcher noch in den 90er-Jahren im Parlament so äusserte:
„Zunächst ist die Vorsorge für Krisenzeiten zu nennen. Es ist möglich, dass lebenswichtige Importe (Rohstoffe, Energieträger) in schweren Krisenlagen (kriegerische Ereignisse, Boykotte, Finanzkrisen) nicht mit Devisen bezahlt werden können, sondern dass für ihre Bezahlung Gold gefordert wird. Heute die Goldbestände der Nationalbank zu veräussern, um damit Gewinne an die öffentliche Hand abzuführen, käme in den Augen de