Das geographische Geheimnis der Multiplen Sklerose

Als medizinischer Laie wage ich mich nun an ein Thema, welches selbst unter gestandenen Medizinern und Neurologen ein Mysterium darstellt.

Hab ich sie noch alle? Ich denke schon, denn gerade Aussenstehende sind oft in der Lage, vor lauter Wald noch den Baum zu sehen und durch Nachfragen von vermeintlich evidenten Zusammenhängen Erleuchtendes zustande zu bringen.

Nicht umsonst wurden einige der wirksamsten Arzneien eigentlich nur durch Zufall entdeckt.

Ok, ich masse mir hier nicht an, irgend etwas Entscheidendes in der Erforschung dieser Erkrankung beizutragen. Mute mir und Ihnen, werter Leser, aber durchaus zu, sich etwas mit dieser geheimnisvollen Krankheit zu befassen.

Was ist denn das für eine Krankheit? Es ist neben der Migräne und der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen (mit 2,5 Millionen Betroffenen weltweit). Sie wirkt sich je nachdem verheerend aus, führt u.U. zu Lähmungen, Blindheit, Spasmen und Depressionen.

Was geschieht denn genau bei MS? Nun, um das einigermassen verständlich und laienhaft auszudrücken: Die Isolation (heisst Myelin) der Nervenbahnen baut sich ab, resp. entzündet sich. Sie können sich das wie bei einen Stromkabel vorstellen, fehlt die Isolation, kommt es zu Kurzschlüssen (eben diesen MS-Schüben). Diese "Kurzschlüsse" sind lange Zeit noch reversibel und vernarben. Irgendwann ist es aber soweit, dass die Lähmungen dauerhaft sind. Warum kommt es denn zu diesen Entzündungen, resp. Abbau dieser Isolationsschicht? Keine Ahnung. Diese Antwort gibt Ihnen auch jeder halbwegs ehrliche Mediziner/Neurologe,

Der Verlauf ist ziemlich unabsehbar, im wesentlichen gibt es drei Formen der MS.

Die Ursache ist bis dato unbekannt. Klar ist aber die geographische Verteilung. Auf den Sonderfall Grönland komme ich später zurück.

Mich interessiert diese geographische Verteilung. Je weiter weg vom Äquator, umso höher ist offenbar das Risiko zu erkranken. Dies gilt offenbar für die Nord- und die Südhalbkugel. Die MS-Zahlen in Australien und Neuseeland lassen sich durchaus mit denen in Skandinavien vergleichen. Die drei Länder mit den höchsten MS-Zahlen heissen Norwegen, Schweden und Kanada.

Kanada? Nicht ganz. Skandinavische Länder? Nicht ganz.

In Kanada und in Dänemark (zu dem statistisch gesehen Grönland gehört), gibt es eine Volksgruppe, die gemäss dieser "Äquatorregel" höchsten Grades gefährdet ist. Und trotzdem nicht oder kaum betroffen ist. Sie heisst Inuit.

Inuit heisst schlicht Mensch, vielleicht ist manchen von uns der Begriff Eskimo noch etwas geläufiger. Hören diese nicht gern, also Inuit.

Die Inuit erkranken nie an MS. Dies gilt interessanterweise nur für diejenigen Inuit, die nach ihrer alten traditionellen Lebensform leben. D.h. sie essen kaum bis gar nichts pflanzliches, verwerten aber Ihre eigentliche Nahrung (Fisch und Fleisch) komplett.

Inuit, die in der Stadt leben, haben das selbe (relativ) hohe Risiko, wie alle anderen Kanadier (resp. Dänen).

Was lernen wir daraus? Sollen wir nun kein Gemüse und Salat mehr essen? Nein, Gott bewahre.

Aber irgendwas, in der an und für sich eher einseitigen Ernährung der Inuit muss für einen gewissen Schutz sorgen. Mir kommt da eigentlich nur das Vitamin D in den Sinn (z.Bsp. im Lebertran hochdosiert enthalten). Dies würde zum Beispiel auch erklären, warum im äquatoralen Afrika, wo die Ernährung völlig anders ist, die MS-Raten auch sehr tief sind. Die Sonne?

Schwarzafrikaner erkranken übrigens generell 10mal weniger an MS als die Weissen.

Selbst diese Behauptung stimmt offenbar nicht ganz. Es ist offenbar entscheidend, wo man seine ersten 15 Lebensjahre verbracht hat.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Wenn Sie eine Frau sind, dann beträgt Ihr MS-Risiko generell das doppelte der Männer in der jeweiligen Vergleichsgruppe. Wenn Sie bereits MS haben, dann bedeutet jede Schwangerschaft ein sehr hohes Risiko für einen erneuten Schub.

So, ich gebe nun Ruhe. Wieso sollte ich etwas aufklären können, woran selbst Wissenschaftler scheitern? Sollten Sie plötzlich den "Baum" sehen (resp. eine Erleuchtung haben), dann lassen Sie es mich bitte wissen. Ich leite Ihre Erkenntnis gerne weiter.

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