Kritisches Betrachten der nächsten Wahlen (als Bonus, kleine Tipps für den selbsternannten Weltenretter!)

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima forderten plötzlich Politiker von Links bis Mitte-Rechts den Atomausstieg. Selbst Parteien die vorher nie ein Wort über Atomausstieg oder sonstigen Umweltschutz verloren haben, schrieben sich plötzlich ersteres auf die Fahne.

Nach jeder Umweltkatastrophe steigen die Wahlanteile von grünen Parteien auf der ganzen Welt, nur um bei der nächsten Wahl wieder zu verlieren. Woher kommt dieses kurzfristige Interesse am Schutz unseres Planeten, oder was noch viel wichtiger ist, warum geht es wieder so schnell?

Gerade jetzt steht wieder die Ecopop-Initiative in den Startlöchern. Doch bei dieser Initiative glaube ich nicht mal, dass die Initianten selbst an einen Gewinn für die Umwelt glauben. Die grüne "Färbung" der Initiative dient wohl nur dazu auch ein paar umweltbewusste Bürger zu einem JA zu bewegen.

Meiner Meinung nach liegt dass Problem an der Eigenschaft des Durchschnittswählers, der Partei und ihrem Programm am nächsten zu stehen, welche gerade die grösste Medienpräsenz hat, oder der die momentanen Ereignisse auf der Welt in die Hände spielen.

Die Terrorgruppe des IS gewinnt an Boden und bedroht die westlichen Staaten? Steigende Werte für isolationistische Parteien, welche mit strengen Einwanderungsregelungen und drohender angeblicher Überfremdung werben. Und genau dasselbe gilt für Parteien mit ökologischen Zielen, im Falle einer gravierenden Umweltkatastrophe.

Das grosse Problem bei der Sache ist: Die Umwelt, unseren Planeten und damit unser eigenes Fortbestehen zu schützen ist keine Angelegenheit mit wechselnder Priorität, es ist und bleibt die grösste Herausforderung der Menschheit im 20. und 21. Jahrhundert.

Die Fakten sprechen klar für eine Verschlimmerung der Situation. Stark steigende CO2-Werte, massenhaftes Aussterben von Tierarten auf dem gesamten Globus, zur Neige gehende natürliche Ressourcen, steigender Meeresspiegel, starke Überfischung, Wachstum der Wüsten und Austrocknen ganzer Landstriche usw. diese Liste könnte man ewig weiterführen.

Nur wie überzeugt man die Menschen von der Dringlichkeit dieses Anliegens? Nun, damit wären wir auch schon beim Kernproblem. Der Schaden an der Umwelt lässt sich am besten mit harten, sterilen Fakten und Tabellen beweisen (es sei denn man lebt in einem wirklich stark betroffenen Gebiet, wie im Amazonas-Regenwald, auf Borneo o.Ä), nur lassen sich nur wenige potenzielle Wähler von solch "trocken" präsentierten und für sie nur schwer visuell ersichtlichen (wenigstens vorläufig...) Fakten dazu bewegen, ökologisch zu wählen, oder noch besser, umweltschonender und "grüner" zu leben.

Den Menschen die Dringlichkeit eines umweltschonenden Lebens- und Regierungsstils klar zu machen wird die Hauptherausforderung für die Grünen und die Jungen Grünen bei den kommenden Wahlen in 2015.

Abschliessend würde ich noch gerne sagen: Umweltschonender zu leben ist nicht schwer, es muss noch nicht einmal teuer sein und auch rechts-wählende Menschen können es tun. Einige Beispiele gefällig?

1.) Verzichten sie ab und zu auf Fleisch, es muss ja nicht direkt Vegetarismus sein, nur schon 1-2 fleischfreie Tage in der Woche sind eine tolle Sache!

2.) Fahren sie doch mal mit dem Zug in die Ferien! Öffentliche Verkehrsmittel allgemein sind eine sehr effektive und einfache Methode umweltschonender zu leben! Und wenn es sich nur um kurze Strecken handelt, nehmen sie doch mal das Fahrrad, das spart Benzin und hält erst noch fit :)

3.) Machen sie doch mal Ferien in der Schweiz! Die Schweiz ist ein wunderschönes Land, warum also nicht mal Ferien im Dreiseenland, im Engadin, oder am wunderschönen Vierwaldstättersee? Es muss nicht immer weit weg sein um sich zu erholen ;)

4.) Achten sie auf Bio-, Fairtrade, lokale und saisonale Produkte. Es muss ja nicht immer sein, manchmal hat man halt schon im April Lust auf Erdbeeren und will nicht bis im Sommer warten, bis man sie beim Bauern des Vertrauens selber pflücken kann, aber wenn sie vermehrt auf Labelprodukte achten, helfen sie nicht nur sich selber, sondern auch der Umwelt, lokalen Bauern, fair bezahlten Kleinbauern in anderen Ländern usw. Und mal ganz im Vertrauen, der Preis ist in den allermeisten Fällen nur geringfügig höher als bei nicht Labelprodukten! Wir Schweizer geben prozentual so wenig fürs Geld aus, ein paar Rappen mehr werden die meisten schon nicht in den Ruin treiben :)

5.) Kaufen sie Energiespar- und/oder LED-Lampen! Und falls ein Haushaltsgerät kaputt geht, achten sie auf das Energieeffizienz-Label! A+ oder darüber! Die alte Leier, man hört es immer wieder, aber es hilft nicht nur der Umwelt, sonder wirkt sich auch vorteilhaft auf die Stromrechnung aus!

6.) Sparen sie Wasser! Wasser ist eine enorm kostbare Ressource, aber in unserem mit Wasser reich gesegneten Land gerät das schnell in Vergessenheit! Wasser sparen geht so einfach und schnell, genauso wie bei den elektronischen Geräten gibt es auch hier effizientere Wasserhähne, Duschbrausen usw. die kosten nicht viel und machen auch hier wieder auf der Wasserrechnung einen grossen Unterschied! Zudem sollten sie öfters Duschen und weniger Baden. Mit dem Wasser einer durchschnittlichen Badewanne, kann ein ganzes Dorf südlich der Sahara einen Tag auskommen!

7.) Falls sie die Möglichkeit haben und für ein klein wenig Aufwand bereit sind, stellen sie auf Öko-Strom um, das geht relativ schnell und einfach, sogar per Internet :D

8.) Falls sie bereit sind etwas mehr zu machen, investieren sie in nachhaltige Projekte und legen sie ein Konto bei der ABS (http://www.abs.ch/) an! Und nein, weder arbeite ich bei der ABS, noch kriege ich Provision für Neukunden, mir gefällt einfach das Konzept zu helfen und dafür erst noch Zinsen zu bekommen :)

Es gibt noch unzählige weitere Möglichkeiten unserem Planeten etwas gutes zu tun, ohne tief in die Geldbörse fassen zu müssen, oder unseren Lebensstil gravierend zu ändern! Auf der Website des WWF, von Greenpeace usw. gibt es seitenweise einfach umzusetzende und wirksame Tipps für umweltbewussteres Leben!

Mit freundlichen Grüssen
Claudio Miotti

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