Da wird mir uber!

Sie suchen jemanden der Ihnen ein Möbel zurechtschreinert? Mach ich Ihnen gerne. Das Möbel wird dann wohl etwas windschief und die Schublade lässt sich nicht ganz schliessen, dafür war ich aber auch billiger als ein ausgebildeter Schreiner.

Dies ging mir durch den Kopf, als ich das hier lesen musste:

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/UberPop-laesst-Fahrer-ohne-Taxi-Lizenz-ans-Steuer-27364136

Ja, genau. Machen wir es wie in vielen Entwicklungsländern. Jeder der ein Auto hat, der ist zugleich ein Taxi (anders kann der Treibstoff nicht finanziert werden). Was hüben ein sympathischer und netter Versuch ist, seine Haut zu retten, ist hierzulande schlicht eine Frechheit.

Was erwarten Sie denn von einem Taxifahrer? Dass er pünktlich ist. Die Stadt kennt, Sie schnellsten Weges an Ihr Ziel bringt? Aber auch, dass er eine Prüfung machen musste, die seine Fähigkeit zu dieser Dienstleistung ausweist.

Wenn Sie dies nicht erwarten, dann könnten Sie sich auch an den Strassenrand stellen und Autostopp machen. Dann steigen Sie zu irgend jemanden ein. Nicht jedermanns (vor allem nicht jederfraus) Sache? Genau dies macht aber jetzt Uber. Und verlangt sogar noch Geld dafür.

Abgesehen von vielen rechtlich ungeklärten Fragen, wie Versicherung, Versteuerung etc.

Taxifahrer verdienen eh schon immer weniger. Und ja, da gibt es Apps wie z.Bsp. die "MyTaxi"-App., die den Fahrer darin unterstützen, einen halbwegs vernünftigen Umsatz einzufahren. Der Kunde kann übrigens dort den Fahrer beurteilen. Der Unterschied zu Uber? Ausser dass dort jeder dahergelaufene mit Auto Taxi spielen kann? Nun, bei MyTaxi-App zahlt der Chauffeur Fr. 2,50 pro vermittelten Auftrag und fährt nach Uhr. Bei Uber zahlt man 20% der Fahrt von einem deutlich tieferen Tarif.

"Echte" Taxifahrer machen bei Uber nur mit, weil momentan immer noch 20 Franken pro gefahrene Fahrt von Uber als Prämie bezahlt wird. Fällt dieser Willkommensbonus nächstens mal weg, dann sind plötzlich alle "echten" Taxifahrer nicht mehr bei Uber.

Ein Taxi darf doch durchaus was kosten, denn die meisten fahren nicht jeden Tag damit. Aber wenn man denn mal eins braucht, dann ist man froh, wenn schnell eines in nützlicher Frist verfügbar ist. Sei es morgens um drei Uhr oder abends um 23 Uhr. Und wenn der Chauffeur überhaupt ne Ahnung hat, in welcher Stadt er sich befindet.

Liebe Kunden, unterstützen Sie dieses Lohndumping von Uber nicht, wir sind eh schon am Anschlag. Bestellen Sie Ihr Taxi bequem nach Hause (via 7*7 oder 7*4) und/oder benützen Sie ein offizielles Stadtzürcher Taxi auf den offiziellen Standplätzen. Vielen Dank. Eine offizielle Stadtzürcher Taxileuchte sieht übrigens so aus: http://jochenlembke.files.wordpress.com/2010/10/0093.jpg

Im übrigen ist Google an Uber beteiligt und schiesst sehr viel Geld in einen an und für sich uninteressanten Markt ein. Was Google damit für Ziele verfolgt, dies überlasse ich Ihrer werten Phantasie.

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