Gott hat die Welt erschaffen

Jeder dritte Amerikaner glaubt, dass Gott ihn schuf
http://www.20min.ch/wissen/news/story/Jeder-dritte-Amerikaner-glaubt--dass-Gott-ihn-schuf-13748121

Interessant, wie viele an diese Theorie glauben. Das ist natürlich Unsinn.

Und wie sieht es bei uns aus?

Nicht mal jeder zweite Schweizer glaubt an Gott
Etwa jeder fünfte Befragte glaubt zwar nicht an Gott, jedoch an andere übersinnliche Phänomene wie Engel (24 %), Wunder (20 %), Telepathie (17%), Wiedergeburt (14%) oder Astrologie (13%). Insgesamt glauben laut der Online-Umfrage fast zwei Drittel der Befragten an Gott oder andere übersinnliche Phänomene.

Link

Nun, hier denke ich, dass jeder seine eigenen Gedanken dazu hat. Man könnte es auch wie folgt interpretieren. Die sogenannte "objektive Realität" ist nichts anderes als die (subjektive!) Realität eines Gruppenwesens. Dieses kann, meine ich, je nach betrachtetem Themenspektrum zwei, hundert oder sechs Milliarden Individuen umfassen. Ob so viel Gemeinsamkeit immer wünschenswert ist, ist allerdings eine andere Frage. Eine gemeinsame Realität hat - zumindest in unserer derzeitigen Welt - oft etwas Kompromisshaftes an sich und schränkt naturgemäß den Spielraum dessen ein, was man erleben kann. Gerade spirituell orientierte Menschen suchen oft die Einsamkeit, weil sich ihr Bewusstsein fern von den Einflüssen anderer Instanzen im wahrsten Sinne des Wortes freier bewegen kann.

Immanuel Kant legte in seinem Werk Kritik der reinen Vernunft in der zweiten Hälfte der Kritik seine Vorstellung von Raum und Zeit dar, dabei stößt man auf folgendes:

"Denn man nehme an, die Welt habe der Zeit nach keinen Anfang: so ist bis zu jedem gegebenen Zeitpunkte eine Ewigkeit abgelaufen, und mithin eine unendliche Reihe auf einander folgender zustände der Dinge in der Welt verflossen. Nun besteht aber eben darin die Unendlichkeit einer Reihe, dass sie durch sukzessive Synthesis niemals vollendet sein kann. Also ist eine verflossene Weltreihe unmöglich, mithin ein Anfang der Welt eine notwendige Bedingung ihres Daseins… "

(A 426)

Interessanterweise erscheint dieses Argument auf derselben Seite neben einem Argument für die genau gegenteilige Schlussfolgerung, nämlich dass die Welt keinen Anfang in der Zeit gehabt habe! Das zweite Argument ist praktisch das Argument des hinreichenden Grundes gegen zeitliche Vakuen.

Was hat sich Kant dabei gedacht? Kann er wirklich einen Selbstwiderspruch befürworten, nämlich dass die Welt einen Anfang und doch keinen Anfang hat?

Vier Reformierte, zwei Katholiken und eine Konfessionslose: Wie es die Bundesräte mit ihrem Glauben halten – und wie die religiösen Bezüge aus ihren Reden verschwunden sind.

http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/politik/die_bundesraete_und_der_liebe_gott/

145 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.