Die vergessene Wirtschaft

Am 30 November stimmt das Schweizer Volk über die ECOPOP Initiative ab. Sämtliche politischen Parteien, das Gewerbe, Verbände und andere Vereinigungen stemmen sich gegen diese Initiative. Es sei schädlich für die Wirtschaft ist aus allen Ecken zu hören. Wenn man sich vor Augen führt wer diese Behauptungen verbreitet, stellt man schnell fest das alle ein Interesse haben den Status Quo bei zu behalten, weil es sich für alle diese „Organisationen“ finanziell lohnt eine hohe Zuwanderung zu haben.

Die Wirtschaft, die hierbei jedoch vergessen geht, ist diejenige der Schweizer Bevölkerung. Sie sind alle Unternehmer, jeder einzelne. Zeit ist Geld, wie jeder Unternehmer müssen auch Sie die Wegkosten berechnen. Wenn Sie diese Rechnung machen, werden Sie sehr schnell feststellen das viele, mehrere tausend Franken für das Pendeln aufwenden, aber de facto nicht dafür bezahlt werden. Wohlgemerkt, dass sind die Kosten für den Zeitaufwand ohne den Aufwand fürs GA oder Auto und Unterhalt. Wenn Sie täglich nur eine viertel Stunde länger im Stau stehen, entstehen ihnen weitere Kosten im vierstelligen Bereich. Natürlich gilt das auch für den ÖV. Eine interessante Statistik zur Stauentwicklung wurde vom BfS bereitgestellt. Diese zeigt wunderbar auf wie der Stau seit der PFZ gewachsen ist aber auch wie die Bevölkerung in die Agglomeration und Umgebung verdrängt wurde.

Wollen Sie in der Stadt wohnen in der Sie arbeiten, werden Sie den Mehraufwand den Sie fürs Pendeln einsparen und mehr, in die höhere Miete stecken. Der Blick hat berichtet, das die Mieten an gewissen Orten seit 2003 um über 60% gestiegen sind.

Der Staat bittet Sie, den Steuerzahler für den Erfolg der Wirtschaft auch noch zur Kasse. Sei es über höhere Gebühren oder über Steuern. Hierbei geht es nicht nur um Mineralölsteuern oder den versuch die Gebühr für die Autobahnvignette zu erhöhen. Die Annahme der FABI, war auch mit einer Deckelung der Pendlerpauschale verbunden. BR Sommaruga möchte verdichtetes Bauen propagieren, vergisst jedoch, dass die Expat, welche sich die teuren Wohnungen in den Städten noch leisten können, sehr hohe Quadratmeterzahlen verwenden. Anders gesagt, um den Durchschnitt zu senken soll also die „einfache“ Bevölkerung zusammenrücken.

Mehr Zuwanderung bedeutet einen massiven Ausbau der Infrastruktur. Es braucht mehr Schulen, mehr Einkaufsmöglichkeiten, mehr Busse, mehr Strassen, mehr Kanalisation, mehr Strom, mehr Beamte, etc. Alleine die neuen Beamten kosten uns jährlich über 2 Mia. Franken. Jemand wird das bezahlen müssen und dieser jemand, sind Sie. Das sollte jedem klar sein, nur schon mit der erwarteten USTR III werden weitere Steuergeschenke an die Wirtschaft gemacht. Die Einnahmelöcher müssen von jemandem gestopft werden müssen. Dieser jemand sind wiederum Sie.

Es gibt Leute die wollen uns weis machen, das wir die Zuwanderung brauchen, um der demographischen Entwicklung Herr zu werden. Dazu müssen Sie wissen, dass über 50% der Zugewanderten, nicht arbeiten, dennoch aber die Infrastruktur belasten. Die positiven Effekte werden egalisiert, aber die Probleme der demographischen Entwicklung in Zukunft verschärft. So werden keine Probleme beseitigt, so werden Probleme geschaffen.

Würde die Schweiz die ECOPOP Initiative annehmen, würde die Zuwanderung auf 0.2% der ständigen Wohnbevölkerung beschränkt, dies ist immer noch höher als der Durchschnitt im Rest von Europa.

Wenn Sie also die ECOPOP Initiative nur auf die wirtschaftliche Frage reduzieren wollen, dann bitte, vergessen Sie nicht den Erfolg Ihrer eigenen Wirtschaft!

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