Die Gold-Initiative aus SVP-Kreisen ist wohl oder übel nichts wert.

Richtig, wir müssen uns durch einen stabilen Gold-Notvorrat für eventuelle Krisenzeiten absichern. Richtig, das Schweizer Gold soll in der Schweiz gelagert werden. Richtig, je grösser die Goldreserven sind, desto unabhängiger ist unsere Nationalbank und kann von aussen weniger unter Druck gesetzt werden. Und trotzdem schiesst die Volksinitiative "Rettet unser Schweizer Gold" meilenweit an ihrem eigentlichen Ziel vorbei.

Am 30. November stimmen wir über das angesprochene Volksbegehren ab. Bis dann bleibt Zeit, das Volk über die Missstände einer äusserst gut gemeinten Initiative zu warnen. Der Initiativtext vergeht einem wie Butter auf der Zunge. Auf den ersten Blick scheinbar ohne Makel. Punkt 1: «Die Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank sind unverkäuflich.» Punkt 2: «Die Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank sind in der Schweiz zu lagern.» Punkt 3: «Die Schweizerische Nationalbank hat ihre Aktiven zu einem wesentlichen Teil in Gold zu halten. Der Goldanteil darf zwanzig Prozent nicht unterschreiten.» Doch irgendetwas stimmt da nicht. Wenden wir den Initiativtext doch auf ein praktisches Beispiel an. Wir beginnen der Dramatik halber mit Punkt 2: Bauer Fritz muss seine Heureserven in seinem Heustock lagern. Punkt 3: Immer wenn Fritz etwas verkauft, sei es Wurst oder Bergkäse etc., muss er 20% seiner Einnahmen in Heu umwandeln und dieses in den Heustock werfen. So weit so gut. Doch leider beinhaltet die Gold-Initiative noch den allerersten Satz. Punkt 1: Fritz darf das Heu seinen Kühen nicht futtern, selbst wenn diese am verhungern sind und nichts anderes zu essen finden! Diese Metapher lässt sich 1:1 auf die Goldreserven beziehen. Wie hoch ist der Wert einer Ware, die nur verschenkt werden darf?

Richtig.

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