-9 von 10 treiben wegen Down-Syndrom ab-

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/9-von-10-Frauen-treiben-wegen-Down-Syndrom-ab-14311449

Seit gut 2 Jahren ist der Trisomie-21-Test verfügbar. Auch Schwangere mit einem geringen Risiko führen einen solchen Test durch.

Die Zahl lebendgeborener Kinder mit der Diagnose Downsyndrom (Trisomie 21) hat sich in der Schweiz in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Dies zeigen der «Ostschweiz am Sonntag» vorliegende, bisher nicht publizierte Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) aus der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser 2014.Darin liefern sämtliche Schweizer Spitäler und Krankenhäuser ihre erhobenen Daten an den Bund. Während es im Jahr 2003 in der Schweiz 40 Trisomie-21-Geburten gab, waren es im Jahr 2012 deren 89. Gemessen an allen Geburten bedeutet diese eine Erhöhung von 0,56 auf 1,08 Promille. Kamen 2003 in der Schweiz insgesamt 71'848 Kinder zur Welt, waren es 2012 deren 82'164.
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Zahl-der-Trisomie21Geburten-hat-sich-verdoppelt/story/28089013

Unser Kinderwunsch entspringt einer inneren Notwendigkeit - egal ob diese nun anerzogen oder natürlich, übernommen, instinktiv, kulturell oder persönlich ist.

Doch wie immer gibt es nichts Menschliches ohne seine Widersprüche: Dieser Instinkt trägt uns neben einer gewissen Fortpflanzungsgarantie und der anschließenden Sorgepflicht für die Kinder vor allem Probleme und Spannungen ein. Ein Mann und eine Frau, die sich dafür entscheiden, eine Familie mit einem Down-Syndrom Kind zu gründen unternehmen einen weit über sich selbst hinausreichenden Schritt. Häufig werden solche Kinder ab einem gewissen Alter in ein Heim abgeschoben, weil die Erziehung und Pflege eines "Trisomie 21 Kindes" weitaus mehr Zeit in Anspruch nimmt, als ein "normales" Kind. Oft (aber nicht immer) können solche Menschen nicht im vollen Umfang am üblichen menschlichen Kommunikationsnetz teilnehmen, was dazu führt, dass ihr persönlicher Wirklichkeitssinn stärker als üblich von der ihrer Mitmenschen abweicht. Ihr Bewusstsein ist im wahrsten Sinne des Wortes verrückt, das heißt an eine (aus Sicht der Gesellschaft) "exotische" Position im Raum der Möglichkeiten verschoben.
Nichtsdestotrotz ist die Realität, die solche Menschen erleben, für sie ebenso real wie unsere für uns. Teilweise erkennt man dies daran, dass sogenannte "Wahnvorstellungen" durchaus sehr reale, körperlich nachweisbare Folgen für die Betroffenen haben.

Soll man auch ein solches Kind austragen oder nicht? Der Entscheid liegt bestimmt bei den Eltern, aber wie neusten Zahlen zeigen, brechen 90% der Frauen ihre Schwangerschaft, wenn eine Down-Syndrom- Behinderung bei einer Untersuchung vorliegt, ab.

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