Der Datenschutz-Ärger der Postfinance hat seinen Ursprung in der Privatisierung der Post

Alles schreit auf, weil die Postfinance, die Bank der Schweizer Post, ihre martkwirtschaftlichen Möglichkeiten entdeckt hat und entsprechend ebenfalls mit den Daten aus dem Konsumverhalten ihrer Kunden Einnahmen generieren will. Personalisierte Werbung jetzt auch noch beim Begleichen seiner Rechnungen im E-Banking, das hat gerade noch gefehlt.
Was die Postfinance aber macht, ist keineswegs am Rande der Legalität, im Gegenteil: Das Unternehmen macht nichts anderes, als was von ihm verlangt wird, nämlich erfolgreich wirtschaften. Kritiker monieren derweil, das sei schlechter Stil und eines halbstaatlichen Betriebs nicht würdig. Genau hier liegt das Problem: Wer nicht möchte, dass ehemalige Staatbetriebe agieren wie Big-Data-Konzerne der Liga Google und Facebook, muss nur eines tun – sie nicht privatisieren. Dann würden nämlich Budesräte sagen, wos lang geht, nicht Verwaltungsräte.
Diese Erkenntnis kommt natürlich etwas spät, Post, Swisscom und SBB sind seit Jahren eigenständige, aus der öffentlichen Verwaltung ausgegliederte Betriebe, die nach dem Prinzip des freien Markts funktionieren müssen. Genau das verlangte die Politik damals von ihnen und genau das machen sie auch. Die Swisscom versucht ihren Kunden möglichst viele Natelabo-Optionen zu verkaufen. Die SBB bebaut ihre wertvollen Ländereien in Banhhofsnähe mit Projekten maximaler Wertschöpfung. Und nun auch Postfinance. Das ist New Public Management, die Folgen neoliberaler Politk, welche den Staat so schlank wie möglich halten will; nur dass bei dieser Schlankheitskur auch der Einfluss der Demokratischen abgespeckt wird.
Und jetzt noch ein Gratistipp für diejenigen, die ein Konto bei der Poast haben und nicht möchten, dass die eigenen Daten wie geplant kommerzialisiert werden: Mail schreiben an postfinance@postfinance.ch mit Kundennummer und der Bitte, dies sein zu lassen.

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