Der Fall Hagenbuch und was dies mit der KESB und den 630 Millionen zu tun hat

Kürzlich wurde in den Medien bekannt, dass eine eritreische Flüchtlingsfamilie mit 7 Kindern in der kleinen Zürcher Landsgemeinde Hagenbuch Unterstützung im Wert von 60‘000 CHF pro Monat erhält, dies nachdem die KESB befand, die Sozialhilfe würde der Familie zu wenig helfen.

Nach der verständlichen Empörung vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger hat nun der Kanton Zürich beschlossen, die Hälfte der Kosten selber zu übernehmen und so die Gemeinde zu entlasten. Der Kanton übernimmt somit die Kosten für die Heimplatzierung des ältesten Kindes sowie die Sozialhilfe und Familienbegleitung. Die Gemeinde Hagenbuch wird nun die Schulheimkosten der drei Kinder übernehmen. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Fall-Hagenbuch-Kanton-Zuerich-bezahlt-die-Haelfte-der-Kosten/story/20158076

Das eigentliche Problem beim Fall Hagenbuch ist die KESB mit der dazugehörenden Sozialindustrie. Die KESB (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde) wurde am 1. Januar 2013 nach einer Volksabstimmung eingeführt, an Stelle der damaligen Vormundschaftsbehörde. Grund für die Abschaffung der Vormundschaftsbehörde war dieser, dass es sich aus kommunalen Laienbehörden bestand und darum zu unprofessionell war. Die KESB besteht heute aus professionellen Pädagogen und Sozialarbeitern. Das fachliche Wissen möchte ich ihnen keinesfalls absprechen, jedoch ist die KESB eine Behörde geworden, bei dem die Bürger nichts zu sagen haben. Die KESB verteilt die Ihnen betreuenden Personen den 400 Sozialfirmen zu. Dies verursacht Kosten von 630 Millionen pro Jahr. http://www.20min.ch/schweiz/news/story/18022406

Zudem werden heute Personen, welche bei der Sozialhilfe und bei der ALV sind, sanktioniert und erhalten weniger Geld, falls sie sich nicht an die Anweisungen halten, die ihnen auferlegt worden sind. Hierzu ein absurdes Beispiel bei der ALV: Wenn eine Arbeitnehmerin kündigt und einen Sprachaufenthalt im Ausland macht und während dieser Zeit keine Bewerbungen schreibt und sich erst nach ihrer Rückkehr beim RAV anmeldet, wird sie mit Einstellungstagen bestraft. Bei der KESB dagegen ist eine solche Massnahme nicht bekannt.

Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten der Sozialfirmen unethisch, denn diese Firmen verdienen viel Geld mit dem Leid der Betroffenen und nützen ihre Situation, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, aus. Zum Wohl der Betroffenen sowie der Steuerzahler bin ich dafür, dass die Sozialindustrie verboten wird. Anstelle der Firmen könnten Kirchgemeinden, gemeinnützige Vereine und Institutionen sowie freiwillige Helferinnen und Helfer sowie Zivildienstleistende diese Arbeit nach einer Einführung übernehmen und so die Gemeinden finanziell entlasten.

Andererseits bin ich auch für die Einführung einer KESB-Kommission auf kommunaler Ebene, welche durch das Volk gewählt wird und die KESB in Zukunft kontrollieren soll. Somit hätte die Stimmbürgerin wie Stimmbürger ein Mitspracherecht bei der heute undurchschaubaren KESB.

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