die IV Dein Retter in der Not?.... oder eben nicht...

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Sehbehinderte-Mutter-kaempft-gegen-IV-Kuerzung-26756745

Hier eines der aktuellsten Beispiele wie es, und ich denke dies ist nicht nur meiner Meinung, genau nicht laufen sollte. Den einen schiebt man das Geld mit Anlauf hintenrein und den anderen welche es tatsächlich bewiesenermassen zu gut hätten macht man das Leben mit Kürzungen zur Hölle... Wie war das jetzt nochmals mit der sozialen Gerechtigkeit in der Schweiz?

Aber bilden Sie sich Ihre Meinung ... sie interessiert mich brennend.

Es betrifft eine junge Mutter welche das erste mal in ihrem 4. Lebensmonat wegen einem Glaukom an beiden Augen operiert wurde, mehr als 250 Operationen hinter sich hat. Hier nur ein paar Auszüge aus dem Bericht..
Bilden Sie sich Ihre Meinung.

Mit dieser Frage wurde diese Frau konfrontiert als es zu einer Neueinschätzung kam.

"«Welche Tätigkeit könnten Sie ausüben, wenn Sie nicht behindert wären?» *
Auf die Frage der IV-Mitarbeiterin gab die Alleinerziehende zu Protokoll, sie würde die ersten Lebensjahre ihrer Kinder gern zuhause verbringen, wenn sie denn in diesem Wunschtraum auch ihren Traummann hätte. Was zur Einschätzung führte, die IV-Rente von 2800 Franken (inklusive Kinderbeitrag) sei um die Hälfte zu kürzen – denn die Sehbehinderte sollte 50 Prozent der Haushaltarbeiten erledigen können.

Für was steht die IV noch mal?

Die IV ist der bedeutendste Pfeiler der Invalidenvorsorge in der Schweiz (1. Säule). Wie die AHV ist sie eine obligatorische Versicherung. Sie hat zum Ziel, den Versicherten mit Eingliederungsmassnahmen oder Geldleistungen die Existenzgrundlage zu sichern, wenn sie invalid werden.

Davon merken aber die Betroffenen herzlich wenig, und der nächste Satz aus dem 20min. Bericht bringt es auf den Punkt:

"Ginge es ihr nur ums Geld, dann könnte ihr Fall mit einer einfachen Rechnung beigelegt werden: Denn schrumpft ihre IV-Rente nun auf 1400 Franken (inklusive Kinderbeiträgen), dann dürften sich die Ergänzungsleistungen, die jetzt rund 1000 Franken ausmachen, um den Fehlbetrag erhöhen. Mit anderen Worten: Luana Maione wird das Geld einfach aus einer anderen Kasse erhalten, das ihr die IV nun abzieht."

ine Fangfrage? Dieser Standard-Fragebogen sei in der ganzen Schweiz derselbe, ist bei der Invaliden-Versicherung in Erfahrung zu bringen. Anders Stokhol, Direktor des Sozialversicherungszentrums Thurgau: «Wir sind keine Rentenversicherung mehr, sondern eine Eingliederungsversicherung.» Einmal IV, immer IV – das gebe es heute nicht mehr. «Wir schauen genau hin, ob sich eine Lebenssituation verändert hat.»

Dies ist einer von x tausend Fällen - Die IV bzw. die Verantwortlichen versuchen und schaffen es immer wieder mit teilweise sehr fragwürdigen Mitteln Gesuche abzulehnen. Schon alleine die Frage welche der behinderten Frau gestellt wird ist eine absolute Frechheit und ein Affront.
Meines erachtens ist das einmal mehr reine Beamtenwillkür. Es ist keine Linie mehr in unseren Sozialversicherungen die Menschen wissen nicht mehr ob sie tatsächlich abgesichert sind oder nicht.

Hier noch ein fiktives Beispiel:
Mann ca 60 Jahre alt, Frühpensioniert wegen Langzeiterkrankung. HWS operiert, untere Rückenwirbel operiert, mittlere Rückenwirbel irreparabel durch Degeneration beschädigt (nicht operabel) und soll wenn ich die Aussage von Herrn Anders Stokhol lese wieder eingegliedert werden? Für solche Menschen wäre eine Ablehnung der IV der totale Ruin und ein zukünftiger Sozialfall... denn er kann ja noch laufen, also wird er sicher keine IV erhalten oder etwa doch?

Wo ist jetzt die immer wieder so hochgepriesene Gerechtigkeit? Ich finde sie weder im Sozialbereich noch bei der IV.

Wir alle bezahlen mit unseren Beiträgen im Solidaritätsprinzip Prämien ein, dann sollen es auch diejenigen erhalten welche es wirklich benötigen und zwar ohne Tricks und doppelten Boden sondern unbürokratisch und fair.

72 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.