Staatskunde statt Internetpranger! LehrerInnen sollten ermuntert werden, wieder mehr politische Themen aufzugreifen und mit ihren SchülerInnen zu diskutieren.

Anfang des Monats hat die Junge SVP Schweiz eine Website gegen die „einseitige politische Beeinflussung an Schweizer Schulen“ lanciert. Und der Schlüssel dazu soll der Internetpranger sein. Absurd, wenn man bedenkt, dass wir heutzutage dafür kämpfen müssen, dass politische Inhalte überhaupt in der Schule vermittelt werden. Statt Lehrer anzuprangern, sollte die JSVP besser die Bestrebungen der Jungen CVP unterstützten, die Staatskunde und damit die Demokratie zu stärken.

Die Schweizer Demokratie lebt von der Teilnahme aller. Die Junge CVP setzt sich in den Kantonen dafür ein, dass die Staatskunde auf allen Bildungsstufen wieder mehr Beachtung geschenkt wird. Projekte, wie jenes der JSVP sind da kontraproduktiv. Die Schule ist der richtige Ort, um unterschiedliche Gesinnungen kennen zu lernen und Diskussionen zu führen. Es soll ein Recht der Lehrperson bleiben, politische Themen anzusprechen und auch ihre eigenen Ansichten offen zu legen. Natürlich ist dabei zu erwarten, dass unterschiedlichen Meinungen Platz haben und eine Diskussion geführt wird. Eine sehr grosse Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer machen dies heute korrekt.

Doch leider ist die Politik in zu wenigen Klassenzimmern ein Thema. Albert Arnold, Leiter Politik im Verband der Schulleitenden, sagt auf Watson.ch richtig: «Das Problem ist nicht, dass es zu viele politische Lehrer gibt. Es gibt zu viele apolitische Lehrer». Lehrerinnen und Lehrer sollten ermuntert werden, wieder mehr politische Themen aufzugreifen und mit ihren Schülerinnen und Schülern diskutieren. Ich fordere deshalb die JSVP dazu auf, ihr Geld zum Beispiel lieber für eine Plattform mit Unterrichtsmaterial für neutrale politische Bildung auszugeben, als für Internetpranger. Und im Kampf für ein Fach Staatskunde die JCVP zu unterstützen.

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