Keine Experimente mit unserem Gesundheitswesen!

Über 60 verschiedene Anbieter in einem stark regulierten System. Gerade als Arzt denke ich, ob es nicht einfacher wäre, eine einzige Kasse für alle zu schaffen?
Aber was steht auf dem Spiel; ein gut funktionierendes Gesundheitssystem mit einem niederschwelligen Zugang für jeden Bewohner unseres Landes. Hierzulande muss niemand auf eine Operation warten. Die obligatorische Grundversicherung deckt einen umfassenden Leistungskatalog ab, der durch eine Einheitskasse nicht mehr verbessert werden kann. Beispiele aus dem Ausland zeigen, dass sogar eher mit einem Leistungsabbau gerechnet werden müsste. Zudem bewilligen die Kassen in begründeten Fällen auch Medikamente, die nicht auf der Liste stehen. Dies habe ich gerade in meiner Familie so erlebt.

Hingegen wäre der Systemwechsel auf eine Einheitskasse ein Experiment mit unbekanntem Ausgang. Die dafür notwendigen Kosten sind mit den erwarteten
Einsparungen nicht zu rechtfertigen, machen doch die Verwaltungs- und Werbekosten im aktuellen System nur 5% aus. Mit der beschlossenen Verfeinerung des Risikoausgleichs wird nun endlich ein Nachteil des bisherigen Systems korrigiert, die Jagd der Kassen auf Versicherte mit geringen Risiken.

Deshalb; am 29. September keine Experimente und Nein zur Einheitskasse.

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