Meine Empfehlung zur Krankenkasseninitiative: JA: Eine am Menschen interessierte Einheitskasse ist nicht die Lösung aller Probleme. Aber sie ist weitaus besser!

Meine Empfehlung zur Krankenkasseninitiative: JA:
An der DV der EVP Schweiz habe ich mich aus wirtschaftlichen Gründen noch deutlich dagegen ausgesprochen. Ich bin heute froh, hat die Mehrheit der Delegierten damals trotzdem Ja gestimmt. Es gibt verschiedene Gründe, die mich zum Umdenken brachten: Es sind einerseits die hohen Verwaltungskosten, die gespart werden. Es muss mir niemand weiss machen, dass eine Gesamtverwaltung mehr kostet als 61 kleine. Das wäre eine Leugnung aller Fusionsbemühungen auch verschiedenster Gemeinden auf Lokaler Ebene. Zusätzliche Kosten können dabei vor allem im Marketing und der Bürokratie eingespart werden. All die Zeit, Kosten und Nerven fürs Künden und neu Abschliessen von neuen Policen gar nicht mal genannt. Ein gewichtiges Argument ist aber gerade die Prävention: keine Krankenkasse macht sich die Mühe, eine der 7 grossen Krankheiten, die 80% ausmachen, präventiv zu bekämpfen. Eine Einheitskasse hätte hier ein grosses Interesse und würde da ansetzen. Langfristig sehe ich hier darum grosse Einsparnisse.
Als Gegenargument wurde immer der fehlende Wettbewerb genannt – im Bereich der Dienstleistungen sowie auch in anderen Bereichen. Der Wettbewerb unter den Versicherungen ist jedoch ein Pseudo-Wettbewerb. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, was bezahlt werden muss und was nicht. Da haben die Krankenkassen heute gar keinen Spielraum. Es gäbe heute zwar politische Massnahmen, dies zu verbessern. Aber diese Massnahmen haben noch nicht gegriffen und heben lange nicht alle Missstände auf. Nach einer Ablehnung dieser Initiative wird kaum von grossen Gruppierungen weiter an dieser Umsetzung fest gehalten.
Durch den fehlenden Wettbewerb werde die Verwaltung in Zukunft nicht mehr schlank gehalten. Das ist ein Argument, das von einem öffentlichen Desinteresse an einer allfälligen zukünftigen Einheitskasse ausgeht. Eine solche Kasse wird logischerweise auch überwacht – von Politik, Medien und div. Organisationen. Dass hier die Verwaltungskosten im Sinne einer langwierigen Bürokratie steigen, kann man auch kontrollieren und dagegen setzen. Eine am Menschen interessierte Einheitskasse ist nicht die Lösung aller Probleme. Aber sie ist weitaus besser als 61 kleine Kassen, die sich im Wettbewerb auszuhebeln versuchen im Reiz nach finanziellem Gewinn.

39 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Staat»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production