Spielball Einheitskasse - oder kann mir jemand schlüssig erklären, dass wirklich Kosten gespart werden?

Die Befürworter einer Einheitskasse gehen davon aus, dass die Einheitskasse ein Interesse hat, Kosten zu sparen. In der Theorie mag dies stimmen, aber auch in der Praxis? Eine Einheitskasse wird in erster Linie ein politisches Projekt sein. Entgegen der SUVA, die für einen relativ kleinen Bereich der Versicherten zuständig ist, trifft eine Einheitskasse jede Person, die in der Schweiz lebt. Damit wird die Einheitskasse zum grössten Spielball der Politik und wer will dort wirklich sparen?

Denken Sie nur daran, was es für einen Aufschrei gibt, wenn die Globuli aus der Grundversicherung gestrichen werden sollen. Oder wie stramme Sparpolitiker auf einmal für den Erhalt jedes Provinzspitals kämpfen, wenn es um die eigenen Wähler geht.

Die Idee einer Einheitskasse hat was für sich. Ein rigides Kostenmanagement. Optimierte Abläufe. Skalenvorteile. Alles Begriffe, die für eine Einheitskasse sprechen. Die Frage ist aber, können diese auch umgesetzt werden? Und da habe ich grösste Zweifel. Wer hat den bei einer Einheitskasse wirklich Interesse daran, Geld einzusparen? Soll ich den Befürwortern abnehmen, dass die Einheitskasse sich auf einmal für Personalreduktion in den Spitälern einsetzt. Sie Ärzte darauf verpflichten, mehr Gemeinschaftspraxen aufzutun und die Pharma zu tieferen Medikamentenpreisen verpflichtet? Oder wird die Einheitskasse gar für einen kleineren Leistungskatalog kämpfen?

Ich kann mir dies beim besten Willen nicht vorstellen. Das hört sich für mich an, wie wenn Grossfirmen fusionieren und die Manager von irgendwelchen Chancen, Möglichkeiten und Einsparungen reden, am Schluss aber sich alle Versprechungen in Luft auflösen.

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