Krankenkasse soll staatliches Monopol werden

Am 28. September dürfen wir über eine schweizerische Einheitskasse abstimmen. Die Initianten argumentieren, dass eine Einheitskasse zu tieferen Prämien führen würde.

Schon aus der Vergangenheit kennen wir staatliche Monopole wie die SRG und die SBB und seinerzeit die Post wo früher auch noch die Telefonie angesiedelt war. Im Gesundheitsbereich kennen wir die obligatorische IV, welche im zweistelligen Milliardenbereich hoch verschuldet ist.

All diese Monopole haben im europäischen Vergleich nie zu günstigeren Kosten geführt. Im Gegenteil: Wir standen einsam an der Spitze bezüglich der Preise. Erst als man einzelne Institutionen, wie die Telefonie, dem Wettbewerb aussetzte, begannen die Preise zu sinken.

Unsere heutigen Krankenkassen kennen keine Verschuldung und werden schon heute stark und laufend besser reguliert. Unbestritten ist, dass wir in der Schweiz extrem hohe Gesundheitskosten finanzieren müssen.

Unbestritten ist auch, dass die Gesundheitskosten mit einer staatlichen Einheitskasse nicht sinken können. Auch diese Kasse wird die Begehrlichkeiten der Bevölkerung bezahlen müssen. Eine sinkende Qualität des Gesundheitswesens ist kaum gewünscht. Wir würden uns mit dieser monopolisierten Einheitskasse keinen Gefallen tun, hätten wir doch bei schlechtem Service keine Chance, die Kasse zu wechseln.

Wie die Initianten auf den Gedanken kommen, unser teures Gesundheitswesen durch Monopolisierung des In- und Exkasso zu verbilligen ist nicht nachvollziehbar.

Man spricht zwar von einheitlichen Kontrollen, besserer Verhandlungsbasis gegenüber der Pharma-Industrie und den ärztlichen Leistungserbringern, ohne dazu entsprechende Leistungsvorgaben zu formulieren. Wo blieben denn die Kontrollen bei der ebenso staatlichen IV, welche in der Vergangenheit unser Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen hat, indem sie teilweise überteuerte Hilfsmittel finanzierte und man nachlesen muss, dass noch heute mit den Geldern nicht sorgsam genug umgegangen wird?

Um die Gesundheitskosten zu stabilisieren helfen geeignete Massnahmen bei den Leistungserbringern. Keinesfalls aber eine einheitliche obligatorische Grundversicherung.

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