Die Hysterie um Geri Müllers Diplomatenpass

Dominik Feusi von der BaZ-Inlandredaktion ist ein ahnungsloser Tropf. Er macht einen Riesenlärm um den Diplomatenpass von GP-Nationalrat Geri Müller und eine Damaskusreise vom vergangenen Februar. Dazu verbreitet er den lächerlichen Unsinn, Müller habe dort "wesentliche Teile" seines irrelevanten privaten Chats mit jener luschen Dame abgeschickt, die ihn negativ in die Schlagzeilen und vorübergehend in die Bredouille gebracht hat.

Ein Diplomatenpass macht seinen Träger nicht zum Diplomaten und sichert ihm keine Immunität. Dieses Privileg steht einzig Berufsdiplomaten oder Personen in (genau umschriebener) diplomatischer Sondermission zu. Nichtdiplomaten profitieren dank dem schwarzen Ausweispapier aber von einer bevorzugten Behandlung bei der Ein- und Ausreise und gelten allgemein als VIP (was heutzutags indes nicht mehr viel heisst). Das ist schon alles.

Die Bedeutung des Diplomatenpasses liegt vor allem auf der psychologischen Ebene. Manchem Träger erhöht er das Selbstwertgefühl ungemein. Ob das auch auf Geri Müller zutrifft, wissen wir nicht. Hingegen ist uns bekannt, dass das Dokument Müllers SVP-Ratskollegen Roland Rino Büchel derart mit Stolz erfüllt, dass er es auf seiner Homepage prominent abbildet. Der Sankt Galler war vor Jahrzehnten kurzzeitig in niederer Charge im Aussendepartement beschäftigt, danach aber lange Jahre als Botschafter für die Käseunion unterwegs.

BaZ-Redaktor Feusi ergeht sich in allerhand finstern Andeutungen über Geri Müllers "Geheimgespräche" in Syriens Hauptstadt. Während Tagen belästigte er Aussenministerium und Parlamentsdienste, ohne indes an verwertbare Informationen zu kommen. Dabei hätte er Müller doch so gerne mit einem eigenen Knüller in die Pfanne gehauen.

Auf die naheliegende Idee, seine heissen Fragen Nationalrat Müller direkt zu stellen, kam der aufgeregte Feusi nicht. Weshalb wohl?

Stattdessen liefert der Mann, ganz beleidigte Leberwurst, diese ordinäre Geschichte ab. Mehr Schäbigkeit war selten.

http://www.ordnungspolitik.ch/2014/08/23/die-informationsverhinderer-der-bundesverwaltung/

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