Wir müssen Jugendlichen mit Problemen oder aus schwierigen Verhältnissen zu einem guten Start ins Leben verhelfen.

Computerspiele sind keine Ursache eines wie auch immer gearteten Problems. Wenn wir nicht die tatsächlichen Ursachen angehen und beheben, erreichen wir nichts ausser einer unerwünschten Bevormundung.

Jegliche Massnahme gegen Computerspiele ist komplett unnützer Unsinn. Diese unsägliche Diskussion lenkt nur von den wahren Ursachen ab und verhindert echte Lösungen.

Ich fordere Massnahmen im Bereich der Früherkennung von Problemen bei Schülern und Lehrlingen, mit dem Ziel, diesen Kindern die professionelle Hilfe zukommen zu lassen, die sie und oft wohl auch ihre Familien benötigen. Die Stadt Winterthur z.B. hat einen sehr fortschrittlichen Schulpsychologischen Dienst, den man zu Rate ziehen könnte. Die Probleme werden dann wohl sein, dass Jugendliche nicht selbst auf die Idee kommen, dort nachzufragen, und dass Familien mit z.B. einem Alkoholproblem dieses kaum von sich aus zugeben. Und selbst wenn die Problemerkennung klappt, so muss der Schulpsychologische Dienst auch die Mittel für hilfreiche Massnahmen haben, worin wohl das zweite Problem bestehen dürfte, denn allein mit guten guten Worten ist noch nicht geholfen. Es braucht entsprechend ausgebildete Lehrer, die Probleme erkennen und zwischen ihren Schülern, den Familien und dem Schulpsychologischen Dienst vermitteln können, aber auch ein Dienst, der die MIttel hat, um die notwendigen Dienstleistungen zu erbringen. Die Schule sollte die Eltern enger einbeziehen, ganz besonders bei schwierigen oder schlechten Schülern. Ohne elterliche Unterstützung erreicht die Schule nicht viel.

In diesem Artikel, den Oliver aus Zürich - jf zutierte, geht es um die tatsächlichen Ursachen und mögliche Massnahmen: http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/die_hintergruende_krimineller_jugendlicher_1.5196202.html «Die jugendlichen Kriminellen sind zwischen 10 und 18 Jahre alt, knapp 66 Prozent von ihnen waren zum Tatzeitpunkt zwischen 15- und 17-jährig. Erschreckend hoch ist mit über 26 Prozent allerdings der Anteil der «early starters», das sind Straffällige, die unter 14-jährig sind. Fast 80 Prozent der Untersuchten stammen aus unteren sozialen Schichten, haben Väter, die un- oder angelernte Arbeiter sind (knapp 68 Prozent). Die Mütter weisen ebenfalls keine qualifizierte Berufsausbildung auf (über 75 Prozent). In über einem Drittel der Fälle gab es in den Familien Drogen- und Alkoholprobleme sowie massive Gewalt. Über 63 Prozent der Straffälligen waren schon im Kleinkindalter durch ihr Verhalten aufgefallen – und die Auffälligkeiten setzten sich in der Pubertät fort. Der Ausländeranteil unter den kriminellen Jugendlichen ist hoch (46,5 Prozent), über ein Viertel der Begutachteten stammt aus dem Balkan. Armut und Perspektivenlosigkeit sind omnipräsente Themen und die Täter hauptsächlich männlichen Geschlechts: mit einem Anteil von über 90 Prozent.»

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