Vaterschaftstest - wer soll diesen in Auftrag geben? Braucht es das Einverständnis der Frau?

Im ersten Moment scheint es verlockend, dass eine Frau über die Bestimmung der Vaterschaft ihres Kindes alleine entscheidet. Auf den zweiten Blick tauchen jedoch gewichtige Bedenken auf, rund um die Gleichstellung der Geschlechter und um die Rechte des Kindes. Mutter und Vater sollen in unserer Gesellschaft gleichberechtigt für ihre Kinder sorgen und Verantwortung tragen. Entsprechend soll auch jeder Mann das Recht haben, feststellen zu lassen, ob er Vater ist oder nicht. Vaterschaftstests ausserhalb von Familiengefügen (bspw. durch Behörden) dürfen nur in zwingend notwendigen Fällen durchgeführt werden und sollen nicht zur Stigmatisierung von Frauen führen. Das Kind hat gemäss Kinderrechtskonvention Artikel 7, ebenfalls „… soweit möglich das Recht, seine Eltern zu kennen…“. Das kann auch bedeuten, dass ein Kind – ohne Einwilligung seiner Eltern – einen Test machen lassen kann. Dies soweit die theoretische Auslegeordnung. Praktisch können die Konsequenzen eines Vaterschaftstests, je nach Resultat, enorme emotionale und familiäre Konsequenzen haben. Trotzdem halte ich an meinen Grundsätzen fest: Wenn alle Geschlechter gleichberechtigt sind und auch die Kinder Rechte haben, müssen alle in Eigenverantwortung die Möglichkeit haben, eine Elternschaft feststellen zu können.

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