Die Begründung der SRG betreffend Initiative "No-Billag" wird immer abenteuerlicher!

„Wer ein Angebot nicht will, muss es ablehnen.“, so die Masche einiger Firmen, die ihre Produkte ungefragt versenden und auf Zahlung hoffnungsvoll warten. Solche Tricks prangern alle Konsumentenschutzorganisationen, von SRF über K-Tipp bis Beobachter und Rechtsgelehrte an.

Es sind tatsächlich Tricks, den Konsumenten über den Tisch zu ziehen und ihm Waren anzudrehen, die er weder bestellt hat, noch braucht und schon gar nicht konsumieren möchte.

Amateure, im Vergleich zur SRG. Das sind richtige Abzocker-Profis.

SRG-Tricksereien sind viel professioneller. Geradezu genial. Ein gutes Beispiel ist das vor kurzem stattgefundene „2. Schlossgespräche der SRG Aargau Solothurn“. Thema: „Generation gratis – wozu noch Gebühren?“

srg_Peter Moor-Trevisan, Moderator und Präsident der SRG AG SO, hat das Schlossgespräch mit der suggestiv Frage „Generation gratis: wer ist das und wer sind die anderen?“eröffnet.

SRG Deutschschweiz beschreibt den Zweck: “Rund um die vor allem unter den Jungen weit verbreitete Gratiskultur, um die Billag-Gebühren, aber auch um die Definition von Service public sollte sich die Diskussion auf der Liebegg in den nächsten zwei Stunden drehen.”

Was heisst bitte schön „Generation gratis“? Wie kommt die SRG auf die Idee, der jungen Generation eine Gratiskultur zu unterstellen? Und was meint er genau mit „Gratiskultur“?

Meines Wissen nach, kassiert die SRG 1,3 Milliarden Zwangsgebühren pro Jahr. SRF-Direktor Roger de Wecks Jahressalär beträgt rund 550‘000.— SFr. Auch ist mir nicht bekannt, dass irgendein SRG-Mitarbeiter nicht auf der Lohnliste steht und für seine „Arbeit“ nicht bezahlt wird. Gratis ist also gar nichts. Im Gegenteil.

SRG hat ein anderes Problem, nämlich die wachsende Anzahl der generationenübergreifenden, hinterfragenden Bürger. Bürger, die fragen: wozu die Zwangsgebühren bzw. welche Gegenleistung bekommen sie für die 462.40 CHF, die sie pro Jahr bezahlen müssen?

Anstelle sich genau diesen Fragen zu stellen, quasselt Moor-Trevisan, von Qualitätsmedien und wie sie in „einer Zeit, in der alles Gratis sein soll“ noch funktionieren sollen.

Mit Qualitätsmedien meint Moor-Trevisan die SRG, dabei stellt sich bei mir die Frage, ob der gute Mann das SRG-Angebot konsumiert. Ich vermute nicht, sonst würde er nicht von Qualität reden. Qualitativ gutes SRG-Programm findet sich nämlich nur auf dem Papier/Online. Hier unter der SRG-Programm-Charta. Diese hat jedoch mit dem tatsächlich ausgestrahlten Programm nichts gemeinsam.

Weiter geht’s mit Tricksereien. SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel preist die Grundversorgung, Inhalte (sic!) und das breite Angebot an, das selbstverständlich „entsprechend Geld kostet“.

Wofür zahlen wir genau? Dass Beispielweise die Volksinitiative „JA zur Abschaffung der Billag-Gebühren“ vom SRF dem Publikum verschwiegen, aber breit informiert wird, dass „Rundschau“-Moderator Sandro Brotz auf Wolke sieben schwebt.

Selbstverständlich mussten die SRF-Zuschauer auch informiert werden, dass Brotzs „Liebes-Glück nur von kurzer Dauer“ gewesen sei.

Das ist keine Grundversorgung, sondern den Zuschauer mit belanglosem Mist belästigen.

Christoph Gebel floskelt weiter: „Wenn man keine Gebührengelder einkassieren könnte, dann gebe es in allen Sprachregionen viele Verlierer.“ – Wer genau wären die Verlierer und was wäre der Verlust? Die Antwort bleibt sowohl Gebel als auch andere Zwangsgebühren-Befürworter schuldig. Diese Diskussion will er nicht führen.

Aber Gebel geht noch weiter, indem er die Zwangsgebühren und die SRG als ein „Teil von Demokratie und Zusammenhalt“ für das Land hochjubelt. Zusammenhalt und Solidarität bedeuten für Gebel in der Praxis: „Das SRF bietet keine Überlebenshilfe für Schweizer TV-Produzenten!

Und, ach Wunder, Gebel beurteilt das „Zwangs-Gebühren-System“ tatsächlich positiv.

Mit der Gehirnwäsche fährt Moor-Trevisan weiter. Er bezeichnet das SRG-Programm als Grundgut, verglichen mit den Grundversorgungsgütern wie Wasser, Energie und Gesundheit, eine totale Milchmädchenrechnung. Da taucht die Frage auf, für wie blöd und uninformiert er die Bevölkerung hält.

Moor-Trevisans Grössenwahn gipfelt in der Aussage, „ …da bin ich mir sicher, dass wir nur solidarisch miteinander den Staat in dieser Form aufrecht erhalten können“. „Von dem her ist mir klar“, so der Präsident SRG AG SO, ”medialer Service Public ist absolut zwingend. Man sieht wohin das führt, wenn man es den kommerziellen Anbietern überlässt und das hilft der Gesellschaft nicht.“

Eins ist klar, dass Moor-Trevisan die absurdesten Aussagen macht, um den Status Quo, nämlich die Monopolstellung zu erhalten. So appelliert er auf Solidaritäts-Gefühle, statt mit der Qualität des Programms zu überzeugen. Was der SRG-Mehrwert im Vergleich zu den kommerziellen Anbietern ist, will er uns auch nicht sagen. Weiss er nicht, dass nicht die kommerziellen Anbieter sich den Schwachsinn mit dem Titel „Ich, die Mehrheit“ ausgedacht haben, sondern die SRF?

Apropos, SRG-Befürworter werfen Co-Präsidenten der NoBillag-Initiative Florian Maier vor, er hätte „praktisch kein Hintergrundwissen über die Materie „Medien““. Muss er auch nicht. Wie Karl Kraus richtig sagte: Ich bin kein Huhn und kann deshalb auch keine Eier legen, aber doch erkennen wann ein Ei faul ist.

Das Publikum soll den Saal eher enttäuscht als erleuchtet verlassen haben. Und wer ist schuld? Natürlich Co-Präsident der NoBillag-Initiative Florian Maier. Wegen Maiers „sturer Haltung“ (er wollte partout nicht einsehen warum diese 462.40 unter Zwang eingefordert werden müssen), wird tatsächlich behauptet, sei „eine konstruktive und professionelle medienpolitische Diskussion“ nicht möglich gewesen. Klammer auf: Florian Maier wurde vom Veranstalter, die seine Positionen kennen, eingeladen. Er hat sich nicht aufgedrängt. Klammer zu.

Das Schäumchen auf dem ganzen Irrsinn: „die Debatte hinsichtlich der aktuellen Medienkrise“ wäre nötig und „kreative Löschungsvorschläge eigentlich ja sehr willkommen“, aber Maier hat es verunmöglicht, wird tatsächlich behauptet. Verkehrte SRG-Welt.

Quelle:
Link

21 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Medien»

zurück zum Seitenanfang