Gesundheitsprävention statt entwürdigende Auswahl nach gesunden und kranken Versicherten

Ich war letzten Monat an einer Infoveranstaltung meiner Krankenkasse (CSS) in Bern gegen die Initiative für eine öffentliche Krankenkasse. Die vorgebrachten Argumente überzeugten keineswegs. Zum Teil wurden sogar Unwahrheiten in die Welt gesetzt.

  1. Uns wurde angedroht, dass eine öffentliche Krankenkasse die Leistungen der Grundversicherung zusammenstreichen könnte. Diese Leistungen werden aber weder heute, noch nach Annahme der Initiative, von Versicherern bestimmt, sondern vom Bundesrat. Die CSS hat hier die anwesenden entweder bewusst belogen oder dem anwesenden Herrn aus der Geschäftsleitung fehlte elementares Fachwissen. Beides zeichnet ein äusserst fragwürdiges Bild von der zweitgrössten Schweizer Krankenkasse.
  2. Es wurden Zahlen aus Solothurn präsentiert was keinen Vergleich mit uns Berner Versicherten erlaubt. In Solothurn gelten kantonsweit die gleichen Tarife für die Versicherten einer Kasse, während im Kanton Bern mit seinen vielen Teilregionen die Tarife geografisch stark variieren.
  3. Es wurde viel von Verteuerung erzählt, falls Kassen zusammengelegt werden, und das obwohl die CSS bereits mit mancher kleineren Konkurrentin fusioniert hat. Entweder lügt hier meine Krankenkasse oder die Geschäftsleitung tut genau das Gegenteil dessen, was sie für richtig hält.
  4. Es wurde an der Veranstaltung viel von der Ineffizienz grosser staatlicher Organisationen erzählt, dabei schafft die CSS (im Gegensatz zur bernischen Steuerverwaltung) nicht einmal E-Rechnungen einzuführen - trotz gegenteiliger Versprechungen über die letzten Jahre.

Die Initiative für eine öffentliche Krankenkasse setzt auf ein System, dass sich bei der SUVA bewährt. Bei der wichtigsten öffentlichen Versicherung, der AHV, ist der Erfolg sogar an den Verwaltungskosten messbar, die tiefer sind als diejenigen der heutigen Krankenkassen.

Die SUVA zeigt ausserdem beispielhaft, was eine Krankenversicherung eigentlich tun sollte: Gesundheitsprävention, ähnlich der Unfallpräventionskampagnen der SUVA. Bisher sehe ich von Krankenkassen nur ihre entwürdigende Jagd nach „guten Risiken: junge und gesunde Menschen sind willkommen, chronisch krank und alte es für sie nicht. Deshalb ist ein JA an der Urne die einzig richtige Massnahme um diesem erfolgreichen System zum Erfolg zu verhelfen.

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