Wasserkraft Marsch! Ich plädiere als Wasserfallen für die Zukunft der Schweizer Wasserkraftwerke.

Die Wasserkraft produziert 60% des inländischen Stroms, erneuerbar und nachhaltig – inländisch und zuverlässig, im Sommer und im Winter - günstig. Sie hat damit entscheidende Vorteile gegenüber allen anderen Stromproduktionsformen. Sie ist als Technologie so breit akzeptiert, in der Bevölkerung aber auch in der Politik und Wirtschaft, dass sie im Rahmen keiner Energiestrategie jemals in Frage gestellt wurde. Sie ist zukunftsfähig und der Hoffnungsträger als Batterie für neue erneuerbare Energien aus Wind und Solar. Sie ist der Hoffnungsträger um künftige Ausbauziele der erneuerbaren Stromproduktion überhaupt ansatzweise erreichen zu können. Wasserkraft wird nicht subventioniert, sondern es werden via Wasserzinsen bis zu 43% der Erträge steuerlich belastet – zugunsten der Bergkantone, zulasten der Stromkonsumenten.

Wasserkraft unter Druck

Fakt ist: Die Stromproduktion aus Wasserkraft ist heute stark unter Druck! Die Produktionskosten liegen höher, als der Verkaufspreis des Stroms, der produziert wird. Das liegt nicht an der Wasserkraft selbst – es liegt an der Marktentwicklung in Europa: Die Zunahme billigen Kohle- und subventionierten Wind- und Solarstroms drücken die Preise. Sie drücken die Preise so sehr, dass sie nicht einmal mehr die Produktionskosten decken. Eigentlich, so die bittere Erkenntnis, lohnt sich die Wasserkraft in der Schweiz nicht mehr. Investitionen sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht leider kaum mehr zu begründen.

Gewitter überstehen

Nun kann man sich fragen, ob dies überhaupt ein Problem ist. Ginge es um eine reine konjunkturelle Frage, müsste die Wasserkraft wohl einfach durchhalten! Oder: Sie würde, weil nicht rentabel, schlicht vom Markt verschwinden. Kurzfristig und rein auf der Basis der aktuellen Preise wäre vermutlich eine Stilllegung sogar ein Preisvorteil. Aber so einfach ist es nicht und es kann nicht das Ziel sein ein Versiegen zuzulassen. Die Wasserkraft muss gestärkt werden. Das Gewitter der Subventionen und der fehlgeleiteten Rahmenbedingungen muss möglichst rasch und unbeschadet überstanden werden.

Massnahmen jetzt ergreifen

Nun stellt sich die Frage, wie damit umzugehen ist und wer den Preis bezahlen soll. In der Frage der Energiepolitik geht es nicht einfach nur um den Sieg oder die Niederlage des Einzelnen:

  • Es muss darum gehen, dass die Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle wieder rentabel wird und gerade die Bergregionen erkennen, dass jetzt Investitionen in die künftige Wasserkraftproduktion nötig sind. Bei der Hauptabgabe, dem Wasserzins, für neue Anlagen müssen sich die Bergkantone bewegen, wollen sie auch noch in 30 Jahren Strom aus Wasserkraft produzieren. Das schafft langjährige und nachhaltige Arbeitsplätze in dezentralen Regionen. Wenn alle gemeinsam am Ertrag und den Risiken partizipieren, dann schafft es die Schweiz ihre heimische Stromproduktion Nummer eins wieder auf Kurs zu bringen.
  • Dem billigen CO2-belasteten Kohlestrom aus Deutschland muss man von uns aus entschieden entgegentreten. Massnahmen dazu stehen zur Diskussion.
  • Als letztes Mittel könnte der Bund zinsgünstige und rückzahlbare Darlehen an den Aufbau neuer Wasserkraftwerke vergeben. Schlichte Subventionen sind hingegen klar abzulehnen, weil sie Fehlinvestitionen fördern.
  • Das alles ist die Basis für mehr erneuerbaren Strom à la Suisse. Dies nützt aber wenig, wenn gegen sämtliche Projekte alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ergriffen werden. Bauverfahren sollten daher im Gegenteil beschleunigt werden. Zudem ist ein Ausgleich der Interessen zwischen Naturschutz und erneuerbarer Stromproduktion mit Augenmass nötiger denn je.

Es geht um das Interesse der industriellen Kunden, der Haushalte, der Mitarbeitenden, der Versorgungssicherheit, der Wettbewerbsfähigkeit, der Innovationskraft und der Fähigkeit des Landes, solche Herausforderungen in einer Güterabwägung vernünftig zu klären.

Artikel auch auf www.cewe.ch

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