Vollgeldinitiative: Der Vorwurf der Banken fällt auf sie zurück

Die Bankiervereinigung tastet sich an die Vollgeldinitiative heran, vorerst einmal mit einem Blogbeitrag von Martin Hess, dem Leiter Wirtschaftspolitik. Die Initiative, welche die private Schöpfung elektronischen Geldes (rund 90 Prozent der Geldmenge) unterbinden und allein der Nationalbank anvertrauen will, ist eine Knacknuss für die Banker. Wenn ihnen dieses Privileg genommen wird, müssen sie geschäften wie wir in der Realwirtschaft – mit Geld das verdient und nicht aus dem Nichts geschöpft wurde.
Um dieses Thema schlägt Hess denn auch einen grossen Bogen und vergleicht die Vollgeldinitiative stattdessen mit einer unnötigen «Baustelle mit Unfallgefahr». Aber ist das internationale Finanzsystem seit Aufhebung der festen Wechselkurse in den 70er Jahren nicht eine Dauerbaustelle mit Hunderten von Grossunfällen? Nicht weniger als «124 Bankenkrisen, 326 Währungskrisen und 64 Staatsverschuldungskrisen auf nationaler Ebene» hat die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung zwischen 1970 und 2007 gezählt.
Sobald genügend Menschen den Trick mit der Geldschöpfung aus dem Nichts verstehen, wird sich die Bankiervereinigung diesem Thema stellen müssen – und einen schweren Stand haben. Begreiflich, dass sie jetzt noch ein bisschen auf Zeit spielt.

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