Was brauchen KMU?

Referenzbeispiel Marbacher Zimmermeisterhaus [http://treeeeeee.blogspot.ch/2014/03/reto-ebneter-und-ivo-blochlinger.html]

Ich habe keine Betriebswirtschaft studiert, doch als Selbstständiger im Sozialbereich weiss ich, worauf es im Wesentlichen ankommt. Zuerst kommt die Nachfrage nach dem Produkt. Ist ein reelles Bedürnis vorhanden, macht ein Angebot Sinn. Sind verschiedene Anbieter im Markt tätig, stellen sich schnell Fragen des Qualtitätsunterschied​​​​​s und der Bezahlbarkeit. Und es stellt sich die Frage nach der Länge der "Spiesse". Genau da hat Politik ihre Einflüsse. Die Politik wird vom Volk gewählt und sie wird von ihm abgewählt, wenn sie dem Einzelnen als nicht dienlich erscheint.

Traditi​​​​​onell besteht die Schweizer Wirtschaft aus vielen KMU, sie sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Seit Jahrhunderten beinahe schon gibt es einige Grosse, welche international konkurrieren möchten. Dazu haben sie in den Dörfern Streit gesät, um günstig an das Land der aufgebenden Bauern zu kommen, nicht selten mit Unterstützung ihnen genehmen Gemeindeoberhäupter. Das Argument Arbeitsplätze zog damals noch nicht, die Bevölkerung lebte von der lokalen Kleinwirtschaft. Das Webergewerbe ist ein typisches Beispiel, wie die Lokalwirtschaft durch ein paar Grosse verdrängt wurde.

Trotz aller neuen Ideen und Innovationen seither hat das nicht geändert. Im Gegenteil. Die Economiesuisse, offiziell Vertreterin aller Schweizer Wirtschaftsunternehme​​​​​n, paukt seit Jahrzehnten Gesetze durch die eidgenössischen Räte, welche die KMU vor immer grössere Probleme stellen und oft in den Konkurs drängen. Die Billigkonkurrenz, oft vom Ausland herein geholt, hat zu lange Spiesse erhalten. Aktuelles Beispiel in der Landwirtschaft: Billig-Massenware aus Afrika, welche in Afrika selber noch dreimal günstiger ist als das, was ein normaler Bauer dort für seine Ernte erzielt.

Es muss festgehalten werden: Die Economiesuisse vertritt die Interessen der KMU NICHT. Im Gegenteil, die Economiesuisse hat zum Ziel, die KMU zu zerstören. Die Leute der Economiesuisse sitzen in CVP, FDP und SVP, doch auch BDP und GLP beugen sich regelmässig dem Diktat der sogenannten Wirtschaftslobby. Wie sonst liesse es die Politik zu, dass KMU trotz Vertrauenswürdigkeit kaum mehr Kredite erhalten, aber Grosskonzerne das Geld nachgeschmissen kriegen? Deren Bankenpolitik hat völlig versagt.

Das hat Auswirkungen. Immer weniger Lehrbetriebe können umfassende Lehren anbieten. Wofür sich die Schweiz dauernd brüstet, ihr exzellentes Berufsbildungssystem,​​​​​ ist am zerbröckeln. Wenn Junge nichts mehr lernen dürfen als den Bückling zu machen, ist das eine ernsthafte Gefahr nicht nur für unsere Wirtschaft. Ohne reelle Perspektiven ist die Solidarität der Jungen schnell am Ende. Der soziale Zusammenhalt ist in Gefahr. Es existiert mehr und mehr ein Konkurrenzkampf alle gegen alle, auch im Privatleben. Nicht einmal bei den Sklaven Nordamerikas war die soziale Verarmung derart gross. Die sangen zusammen ihre Lieder, um nicht zu vereinsamen.

Die KMU brauchen Rahmenbedingungen, welche Innovation und Investition in die Realwirtschaft unterstützen und nicht behindern. Die KMU brauchen keine politischen Arbeitsbeschafferinne​​​​​n und -beschaffer, sie brauchen ehrliche, eigenständige Entscheide zugunsten des gesamten Landes. Denn Arbeitsplätze schaffen die KMU selber, wenn man sie nur lässt.

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