Die Billaggebühren sollen also abgeschafft werden und das Schweizer Radio und Fernsehen dem freien Markt überlassen werden

Die neu lancierte Volksinitiative mit dem Titel «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)» geht zu weit!

Der Artikel 93 Absatz 2 der Bundesverfassung soll so zusammengestrichen werden, dass folgender Teil komplett wegfällt:

"Radio und Fernsehen tragen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung bei. Sie berücksichtigen die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone. Sie stellen die Ereignisse sachgerecht dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck."

Die Folgen davon dürften für jeden ersichtlich sein. Die Dominanz von Unterhaltung (falls man das noch so nennen kann) wird in unserer Medienwelt weiter voranschreiten. TV-Programme, wie sie SAT1, RTL, Pro7, 3+ usw. ausstrahlen werden uns auf allen Kanälen verfolgen. Anstelle von sehenswerten Sendungen wie zum Beispiel Sternstunde wird uns dann vermutlich Mike Shiva Religion, Philosophie und Kunst beibringen.
Nachrichtensendungen wie Schweiz Aktuell, Tagesschau und 10 vor 10 werden verschwinden. Gleiches dürfte sich auch bei den Radiostationen und Regionaljournalen abspielen.

Wollen wir wirklich diesen kaum erträglichen Einheitsbrei zum Standard erheben oder wollen wir weiterhin mit Gebühren ein qualitativ hochstehendes Programm ermöglichen?

Ich habe auch grosse Probleme mit der Billag als Institution und bin überzeugt, dass ein Inkasso über Steuern die sinnvollere Alternative wäre.
Aber SFR den Boden unter den Füssen wegziehen und die Institution in die Verblödungs-Ecke zu drängen kann nicht im Interesse der Schweiz sein.

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