Ressourcenschonung und Familienplanung, aber bitte richtig! Ein klares Nein zur brandgefährlichen Ecopop Initiative.

Die Volksinitiative "Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen" ist leider missraten. Dabei wären „Bevölkerungswachstum“ und „Ressourcenverbrauch“ sehr wohl Themen, die man intensiv diskutieren und unbedingt darüber nachdenken muss.

Nehmen wir den Ressourcenverbrauch bei uns. Unternehmen wir etwas gegen zu wenig effizienten, zu wenig effektiven Ressourcenverbrauch in der Schweiz wenn wir dieser initiative zustimmen? Nein. Denn einfach die Zuwanderung zu beschränken ist schlicht keine Antwort. Auch alle hier schon lebenden Menschen können viel zu viele Ressourcen ineffizient, ineffektiv nutzen und dabei den eigenen Verbrauch auch noch steigern.

Gibt die Initiative wenigstens weltweit eine Antwort auf den Ressourcenverbrauch? Nein, auch das nicht. Sie empfiehlt „nur“ das Bevölkerungswachstum einzuschränken indem wir in freiwillige Familienplanung investieren aber nicht bei uns sondern wo anders. Dies ist dann doch eher eine billige Scheinlösung. Scheinlösung, weil Familienplanung zwar gut ist, aber für sich alleine nicht funktioniert.

Meistens gehen die Geburtenraten dann zurück wenn sich ein Land bzw. seine Bevölkerung aus der erdrückenden Armut befreit hat. Das ist auch gut nachzuvollziehen. Denn die Kinder sind für die Armen auf unserer Welt die AHV, die Pensionskasse und die Dritte Säule in einem. Denn, wer kommt für die alten Armen der 3. Welt auf wenn nicht ihre Kinder? Wenn wir hier in der Schweiz schön behaglich uns Sorgen machen, dass es zu viele Menschen auf der Welt gäbe und deshalb auf die Idee kommen, den Armen dieser Welt doch zu empfehlen, doch bitte auf ihre Altersvorsorge zu verzichten, dann…
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Initianten wirklich meinen.
Solange sich die ökonomische Situation in diesen Ländern nicht bessert, nützt Familienplanung alleine viel zu wenig.

Dabei bin ich absolut kein Gegner von Familienplanung. Ganz im Gegenteil. Ich bin auch dafür, dass sich die Schweiz diesem Thema verstärkt annimmt. Da wir in religiösen Fragen zumindest heute noch nicht so doktrinär sind, wie andere Staaten, ist das eine sogar sinnvolle Schwerpunktbildung für die Schweiz. Der Vatikan wird das nie übernehmen und auch Saudi-Arabien nicht.

Genau aus dieser Überlegung habe ich den Vorstoss von Kollegin Doris Fiala zu diesem Thema unterzeichnet. Wer also möchte, dass die Schweiz mehr auf dem Gebiet freiwillige Familienplanung unternimmt, der kann getrost nein zur vorliegenden Initiative sagen.

Diese Initiative bringt aber nicht nur nichts – nein, sie schadet uns, der Schweiz. Sie ist brandgefährlich für die Schweiz, denn sie würgt uns ökonomisch ab und trägt rein gar nichts zur Rettung unsere Lebensgrundlagen bei. Mein Fazit: Ein klares Nein zur brandgefährlichen Ecopop Initiative! Ressourcenschonung und Familienplanung – aber bitte richtig!

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