Die beunruhigende Rückkehr des Nationalismus in Europa

Die europäische Union ist beileibe kein Selbstläufer und die Probleme und Defizite sind ohne Zweifel gross, doch was ist die Alternative? Geert Wilders, Marine Le Pen, Nigel Farage und wie sie alle heissen? Was sind deren Rezepte, ausser die EU für alle Probleme verantwortlich zu machen? Wer regiert denn die europäische Union? Letztlich sind es die Staats- und Regierungschefs der Nationalstaaten, welche in der Union die Leitlinien und den Kurs vorgeben. Einige dieser Politiker haben es praktisch zum Volkssport gemacht, für ihre Versäumnisse in der nationalen Politik jeweils mit dem Finger nach Brüssel zu zeigen.

Vor 100 Jahren begann der erste Weltkrieg und damit eine kriegerische und zerstörerische Zeit in Europa. Die hässliche Fratze von übersteigertem Nationalismus, Rassismus und Hass entlud sich mit voller Wucht mitten in Europa und war verantwortlich für Millionen von Toten. Und was haben wir heute? Sehr viele Probleme mit überschuldeten Staaten, massiver Arbeitslosigkeit und strukturellen Defiziten, aber der Kontinent Europa durchlebt seit einigen Jahrzehnten friedliche Zeiten. Eine Errungenschaft für welche auch die EU mitverantwortlich zeichnet. Otto Frank, der Vater von Anne Frank, prägte den Satz, wer eine Zukunft aufbauen will, muss die Vergangenheit kennen. Diese Vergangenheit will ich nicht zurück und darum ist es wichtig, dass die nationalistischen Bauernfänger wie Geert Wilders, Marine Le Pen und Nigel Farage und ihre Rezepte der Vergangenheit entlarvt werden. Dies bedingt jedoch auch, dass die gemässigteren Parteien, die EU nicht als Sündenbock für ihre verfehlte nationale Politik missbrauchen und die Sorgen und Ängste ihrer Bevölkerungen ernst nehmen.

52 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.